Monthly Archive for September, 2008

Schiller soll Gebühren zahlen

Radio in der Gruft zum Zeitvertreib

Radio in der Gruft zum Zeitvertreib

Dichterfürsten sind auch nur Menschen. Ob sie nun tot sind oder am Leben, spielt für die GEZ da keine Rolle. Daher hat Herr Friedrich Schiller, wohnhaft in der “Friedrich Schiller”-Grundschule in Weigsdorf-Köblitz in Sachsen einen Mahnbrief erhalten. Das Beispiel zeigt deutlich, dass der schreibenden Zunft in Deutschland nicht der Respekt gezollt wird, der ihr eigentlich zusteht. Ich mache mich trotzdem mal wieder ans Schreiben.

Via Spiegel Online

Das DN Bok

Die schwedische Tageszeitung Dagens Nyheter (DN) hat die Göteborger Buchmesse dazu genutzt, um eine neue literarische online Plattform zu präsentieren. Diese nennt sich DN Bok und ist in die DN Homepage integriert. Das Ganze kann als Buch-Portal betrachtet werden: Hier werden Bücher in rauen Mengen rezensiert, Kulturjournalisten teilen sich auf ihren Blogs mit und prominente Autoren geben Einblick in ihre privaten Bibliotheken. Dazu gibt es Interviews in Schrift und als Video-Stream sowie Artikel, die die neusten Geschehnisse, Trends und Tratsch aus der nationalen und internationalen Buchindustrie zusammenfassen.

Für Lesebegeisterte ist DN Bok eine schöne Spielwiese, die dem Interesse an Büchern viel Auslauf bietet. Die Buchplattform ist allerdings an sich nichts Neues. In Deutschland gibt es den FAZ Lesesaal (der frevelhafterweise einst Read Room genannt wurde) der sich mit Hilfe eines Forums um Interaktivität bemüht. Dennoch kommt mir die Strategie der altehrwürdigen FAZ ein wenig aufgezwungen und noch nicht ganz ausgereift vor. Hier könnte man sich ein wenig mehr Inhalt und Mut zur Integration von beispielsweise Podcasts und Blogs wünschen, um dem Projekt eine persönlichere Note zu verleihen. Diesbezüglich scheint DN die Nase vorn zu haben.

Die Kulturindustrie tut sich nach wie vor schwer, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Auf den beiden lesenswerten Blogs Das Kulturmanagement Blog und Kulturmarketing Blog wird regelmäßig diskutiert, welche Möglichkeiten die Kulturindustrie in punkto Internet und Marketing ausschöpfen könnte und sollte.

Darum freut es mich, dass zumindest Zeitungen wie DN und FAZ dem Buch eine besondere Rolle zuordnen und sich dabei hinaus ins Internet wagen.

Die Top Ten der Schreibblog-Charts

Die Erstellung meiner Bewerbungsmappe, wenn man sie denn so nennen kann, nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch, als gedacht. Ursprünglich wollte ich heute mit allem fertig werden, aber das erscheint unrealistisch. Hinzu kommt, dass eine ziemlich arbeitsreiche Woche vor mir liegt, in der Schreiben und Bloggen eine untergeordnete Rolle spielen werden. Ich werde mich aber bemühen, den Blog nicht zu vernachlässigen.  Er ist zwar noch lange nicht so professionell wie die Top Ten Writers Blogs 2008, aber er ist ja noch jung.

Besagte Liste über die zehn besten Schreibblogs wird seit 2006 erstellt. Es handelt sich hierbei natürlich um englischsprachige Blogs, was eine der Gründe dafür ist, dass Buch Geburt nicht mit von der Partie ist.

Gibt es dazu eigentlich auch ein deutsches Pendant?

Hier geht’s zur Top Ten Liste (der Blog mit dem besten Namen ist übrigens meiner Meinung nach Men With Pens).

Unerwarteter Karrieresprung

Bevor ich ins Ausland zog, hatte ich eine Zeit lang als Journalist gewerkelt. Das liegt nun schon einige Jahre zurück, aber gestern kehrte ich unverhofft in mein altes Metier zurück. So schien es zumindest für einige Stunden.

Das Ganze begann folgendermaßen: Ich hatte mich von einer Kollegin dazu breitschlagen lassen, ihr mit der Planung einer Jungeselinnen-Abschiedsfeier zu helfen. Ihre Freundin, die nun bald heiraten wird und für die besagte Feier bestimmt war, wusste natürlich nichts von dem Vorhaben. Darum benötigte man einen Vorwand, um sie zu einem Restaurant zu locken, wo die Braut in spe überrascht werden sollte. Der Vorwand war ich. Ich sollte mich als Journalist der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri ausgeben, der vorhatte, einen Artikel über ihre Firma zu schreiben. Ich verabredete mich also mit dem ahnungslosen Opfer zu einem Interview in einem Restaurant in der Stockholmer Innenstadt. Damit war es für mich aber noch nicht getan. Ich sollte tatsächlich ein Interview mit ihr führen und sie im Lauf dessen mit kniffligen Fragen ins Schwitzen bringen. Continue reading ‘Unerwarteter Karrieresprung’

Bücherverbrennung 2007 – Banned Book Week

Jeder Schriftsteller hat beim Schreiben, ob nun bewusst oder unbewusst, eine bestimmte Leserschaft vor Augen, die es, bewusst oder unbewusst, zu imponieren gilt. Man möchte ja schließlich, dass dem Leser das Geschriebene gefällt. Natürlich gibt es hier auch ausnahmen, in denen Provokation das erwünschte Ziel ist. Provozieren scheint, zumindest in den USA, nicht weiter schwer zu sein. Wer dennoch ein paar Tipps benötigt, kann sich diese bei der ALA – American Library Association abholen. Diese wird heute die Banned Book Week einleuten. Es handelt sich hierbei um ein jährliches Event, das Leser und Schriftsteller gleichermaßen an ihr Recht auf Meinungsfreiheit erinnern soll. Dass dies scheinbar notwendig ist, zeigen die Listen „Most Frequently Challenged Books 2007” und „Most Frequently Challenged Authors 2007“. Continue reading ‘Bücherverbrennung 2007 – Banned Book Week’

Twitter Exposé – Der goldene erste Satz

Das Exposé will mir nicht so recht von der Hand gehen. Bei dem Tempo, das ich momentanen an den Tag lege, wird es mich wohl noch eine Weile beschäftigen. Vielleicht kommt aber mit dem bevorstehenden Wochenende auch neuer Schwung mit ins Spiel. Ein paar Geistesblitze wären auch nicht schlecht.

Mittlerweile habe ich zwei verschiedene Versionen des Exposés erstellt, aber keine will mir so richtig gefallen. Also, muss eine dritte Version begonnen werden. Speziell der Beginn hat sich bisher als recht schwierig erwiesen. Irgendwie klingen alle einleitenden Sätze wie aus der Feder der Gebrüder Grimm – „Es war einmal“, „In einer längst vergangenen Zeit“, „Einst…“– und sind allesamt unbrauchbar.

Aber schon bald, das spüre ich, wird mir der goldene erste Satz gelingen. Doch den muss ich mir erst mal erarbeiten.

Gäbe es einen Exposé-Twitter, könnte ich besagte Arbeit wie folgt dokumentieren: Continue reading ‘Twitter Exposé – Der goldene erste Satz’

Prominentenbücher – Das Goldene Kalb der Buchindustrie

Das Exposé ist eine ziemliche Herausforderung. Wie komprimiert man ein Buch – sein eigenes noch dazu – auf drei Seiten? Welche Passagen sind wichtig, welche müssen ausgelassen, vernachlässigt, verstoßen werden? Gleichzeitig muss für den Lektor geschrieben werden, der letztlich das Urteil über das Schicksal meines Manuskripts fällen wird. Wenn man dann noch die Wahrscheinlichkeit verlegt zu werden mit einbezieht, kommt man schon ins Zweifeln.

Zweifel verursacht auch ein Phänomen, welches seit einigen Jahren in der Buchbranche zu beobachten ist: der Trend zum Prominentenbuch. Hape Kerkeling spaziert und schreibt darüber, Charlotte Roach denkt sich neue Synonyme für diverse Körperöffnungen aus, Dieter Bohlen diktiert einem Ghostwriter unwichtige Details aus seinem Leben, während er auf der Sonnenbank brutzelt und die Leute kaufen die Bücher in rauen Mengen. Nun hat sich laut Süddeutschen auch Bushido – dessen Name ich zwar irgendwo, irgendwann mal gehört habe, seine Musik aber zum Glück noch nicht – in den Kreis der prominenten Schriftsteller gesellt.

Gut, die Menschen kaufen wieder Bücher, und lesen diese auch wahrscheinlich. Das ist auch sehr erfreulich. Allerdings hege ich die Befürchtung, dass Prominente bekannt aus Funk- und Fernsehen uns unbekannten Hobbyschriftstellern die wenigen, hart umkämpften Verlagsverträge streitig machen werden.

Der Grund ist ein ganz einfacher. Prominentenbücher sind recht einfach zu produzieren und verkaufen sich schneller, als ein Banker heutzutage „bankrott“ sagen kann. Das liegt laut Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, an Folgendem:

Nur wer gerade prominent in den Medien vertreten ist, macht Werbung für sein Buch, und zwar in einem Ausmaß, den ein Verlag gar nicht bezahlen kann.

Wer sollte es den Verlagen also verübeln, wenn sie Prominenten gegenüber unbekannten Schriftstellern den Vorzug geben. Ich hoffe aber stark, dass der Trend nicht zur Norm wird.

Quelle: Süddeutsche Zeitung

Bücher und Zigaretten am kleinen Samstag

Heute ist Mittwoch und dieser wird in Schweden mitunter Lilla Lördag – der kleine Samstag – genannt. Demnach ist heute der Anfang des Endes dieser Woche und somit quasi auch schon fast Wochenende. Am großen Samstag werde ich auch endlich wieder genug Zeit haben, mich dem Exposé und dem restlichen Bewerbungsmaterial zu widmen.

Da mir gerade keine gute Überleitung zum nächsten Thema einfällt, belasse ich es einfach bei diesem belanglosen Satz und gehe weiter im Text.

Vergangene Woche hatte ich eine Kurzgeschichte zum Thema Stricken ins Netz gestellt, in der die Protagonistin mit Stricknadeln gegen das Rauchen ankämpfte. Zu diesem Text habe ich unerwartet viele Reaktionen bekommen, die sich hauptsächlich auf das Rauchen bezogen. Scheinbar werden jetzt einige Raucher zu Wollknäueln greifen, um ihre Nikotinsucht zu bewältigen. Das fand ich ganz witzig, da es in der Geschichte ja eigentlich ums Stricken ging.

Zu den Themen Rauchen und Geschichten hat sich das Tank Magazine etwas Nettes einfallen lassen: Bücher in Form von Zigarettenschachteln. Man hat sich einer Reihe Literaturklassiker angenommen und diese mit dem Look von Lucky Strike und Co versehen. Wer also versuchen möchte, seine Nikotinsucht mit Hilfe von Büchern zu bewältigen, hat dazu die folgenden Titel zur Auswahl.

Joseph Conrad “Heart of Darkness”, Ernest Hemingway “The Undefeated” und “The Snows of Kilimanjaro”, Franz Kafka “The Metamorphosis” und  “In the Penal Colony”, Rudyard Kipling “The Man who would be King”,  “The Phantom ’Rickshaw” und  “Black Jack”, Robert Louis Stevenson “Dr. Jekyll and Mr. Hyde”, Leo Tolstoy “The Death of Ivan Ilych” und  “Father Sergius”.

Via Sauber Eingeschenkt.

Selbstbeweihräucherung

Zeit für ein wenig Selbstbeweihräucherung. Mein bescheidener Blog wurde in einem äußerst interessanten Artikel zum Thema Digitalisierung des Buches erwähnt. Dies schmeichelt mich natürlich sehr.

AutorInnen wie Alice Gabathuler oder Martin Gleissner, die ich jetzt hier erwähne, weil ich ihre Blogs lese, aber auch ein bekannter Schriftsteller wie Paulo Coelho haben die Zeichen der Zeit erkannt und betreiben eine ganz neue Form der Leserbindung. Aber auch Veranstaltungsformate wie das von Sabine Gysi initiierte Projekt Salonpalaver weisen in eine Richtung, in der AutorInnen und Publikum sich immer näher kommen.

Martin Gleißner, das bin übrigens ich. Der Artikel erschien auf Das Kulturmanagement Blog und ist dort auch in voller Länge nachzulesen. Herzlichen Dank an Christian Henner-Fehr, der mich freundlicherweise in einem Atemzug mit Paulo Coelho genannt hat ☺.

Verlagssuche erster Teil: Exposé

Der Entschluss ist gefasst: das Buch wird unters Volk, beziehungsweise unter die Verlage gebracht! Ausdrucken, die Seiten in ein Kuvert gepackt, Verlagsadresse vermerkt, Briefmarke aufgeklebt und weg damit.

Leider, leider ist es damit nicht ganz getan. Das Kuvert muss mit mehr, als nur dem Manuskript oder eine Leseprobe gefüllt werden. Der Bewerbungsprozess, wenn man diesen denn so nennen kann, sieht vor, dass man eine ganze Reihe von Dokumenten versendet.

Das wichtigste Dokument ist meiner Meinung nach das Exposé. Dieses soll den Inhalt und die Handlung des Buches anschaulich zusammenfassen. Es ist DAS Dokument, das den Ausschlag darüber gibt, ob der Lektor das Manuskript oder die Leseprobe überhaupt erst in die Hand nimmt.

So weit so gut. Nun weiß ich, dass mein Exposé ein Knüller werden muss. Allerdings stehen noch zwei Fragen offen, die geklärt werden müssen, bevor ich mit dem Verfassen des Dokuments beginnen kann. Zum einen bin ich mir nicht sicher, ob mit Exposé wirklich auch ein solches gemeint ist. Der Begriff beschreibt nämlich eine inhaltliche Strukturieren eines noch nicht existierenden Buchs (oder Film). Wie sieht es mit fertigen Büchern aus? Meine Geschichte ist zwar noch nicht ganz fertig, aber so gut wie. Daher wäre doch eigentlich eher eine Synopsis, sprich Inhaltsangabe angebracht. So riesig groß ist der Unterschied zwischen den beiden Dokumenten nun auch nicht, aber man will schließlich auf Nummer sicher gehen. Es ist immerhin DAS Dokument der Dokumente. Vielleicht gehe ich einfach einen Kompromiss ein und schreibe eine Synopsis, die ich dann Exposé nenne ;) .

Auch bei der zweiten Frage, jener nach dem Umfang des Exposés, wird wohl ein Kompromiss herhalten müssen. An manchen Stellen der Fachliteratur werden ein bis zwei Seiten empfohlen, andere Quellen behaupten, dass fünf bis sechs die Norm sein. Ich werde mich wohl für die goldene Mitte entscheiden.

Da diese Fragen nun geklärt sind, kann ich endlich mit dem Verfassen des Exposés beginnen. Weitere aufregende Abenteuer zum Thema „Welche Dokumente schickt man an einen Verlag, damit dieser dann ein Buch mit meinem Namen drauf verlegt?“ folgen.