Monthly Archive for October, 2008

Titel Gesucht!

Jetzt braucht das Kind noch einen Namen. Mir ist noch immer kein geeigneter Buchtitel eingefallen. In dem für die Verlagssuche vorgesehenem Anschreiben steht nach wie vor der Buchstabe X in dreifacher Ausführung als Platzhalter für den Titel. Das mit der Namensgebung ist ein Kreuz (wie man hier nachlesen kann), daher würde ich mich über Hilfe freuen. Ein vernünftiger Arbeitstitel wäre schon ein Fortschritt.

Hier nochmals eine kurze Zusammenfassung der Geschichte:

XXX ist die tragisch-komische Geschichte eines jungen Mannes, der sein emotionales Gedächtnis verloren hat. Mühsam aber voller Euphorie versucht er, Gefühle aufs Neue zu erleben. Ausgestattet mit dem emotionalen Erfahrungsschatz eines Kleinkindes stößt er mit seinem Vorhaben oft auf Unverständnis bei seinen Mitmenschen. Die anfängliche Euphorie verfliegt, als eine neu gefundene Liebe in Liebeskummer umschlägt. Er leidet und sieht nur noch einen Ausweg: Er muss vollständige Kontrolle über seine Gefühle erlangen. Also beginnt er, diese mittels waghalsiger Selbstversuche zu erforschen. Tatsächlich entdeckt er die Mechanismen menschlicher Emotionen und lernt, diese zu seinem Vorteil anzuwenden.

Es geht also zweifelsohne um Gefühle und alle Titel-Ideen, die ich bisher hatte, versuchten dies auch auszudrücken, was aber oft nach Kitschroman klingt: Klaviatur der Gefühle, Fühlen will gelernt sein etc. etc.

Mein Favorit ist bisher „Angst, Trauer und andere Freuden“.

Tom hat bereits eine Reihe guter Vorschläge abgegeben (siehe Kommentare zu folgendem Post). Ich würde mich aber dennoch über Eure Meinung freuen. Einfach einen Kommentar hinterlassen oder eine E-Mail senden. Mit einem guten Titel-Vorschlag könntet ihr also quasi Pate des Buches werden.

Vielen Dank im Voraus!!!

New Media Herbstabend

Und schon wieder eine Erkältung eingefangen. Dabei ist doch erst Oktober. Bis Dezember werden sicherlich noch zwei, drei dazu kommen. Der Herbst hat Stockholm nun auch fest in seinem Griff. Permanenter Nieselregen, Laub säumt die Gehwege und der kalte Wind hat mich dazu bewegt, meine Handschuhe aus dem Schrank zu kramen, weil es einem beim Fahrradfahren doch recht eisig um die Finger wird.

Aber was gibt es besseres für kalte Herbstabende, als gemütlich vor dem Computer zu sitzen, auf BuchGeburt zu lesen und auf einen Link verwiesen zu werden, der zu einem Podcast führt? Bei besagtem Podcast handelt es sich um I Should be Writing und in der verlinkten Folge werden die Vorzüge von online Medien für den Hobbyschriftsteller von heute diskutiert.

NaWoSchreibenSieDenn

Was mag sich wohl hinter der Abkürzung NaNoWriMo verbergen? Eine Menge Arbeit und der bereits seit zehn Jahren bestehende National Novel Writing Month. Trotz des „Na“ also National im Titel NaNoWriMo handelt es sich hierbei um einen weltweiten Appell an all jene, die einen Stift halten beziehungsweise Tippen können.

Ziel der Aktion ist es a) Menschen zum Schreiben zu bewegen und b) die Teilnehmer dazu zu bringen einen Roman innerhalb eines Monats zu schreiben. Begonnen wird am 1. November und das letzte Wort sollte bis zum 30. November um Mitternacht geschrieben sein. Apropos Wörter, derer muss man 50 000 geschrieben und diese wiederum auf 175 Seiten verfrachtet haben.

Ein sehr verlockendes Projekt, aber wenn ich da nun auch noch mitmachen sollte, kann ich das mit dem Schlafen gleich sein lassen.

Was ich aber an der Aktion wirklich interessant finde, ist die Tatsache, dass wenn man an seinem NoNoWriMo Roman schreibt weiß, dass sich zum gleichen Zeitpunkt Hunderte anderer Menschen in der Einsamkeit ihrer Schreibstuben befinden und man daher gemeinsam einsam ist.

Seitenvergleich

Neulich erfuhr ich, dass eine Bekannte von mir ebenfalls im Stillen einen Roman verfasst hat. Stolz erzählte sie mir, dass ihr Buch nahezu 500 Seiten umfasst. Meines kommt ungefähr auf die Hälft.

[Die tatsächliche Anzahl der Buchseiten errechnet sich, indem man die Anzahl der Zeichen inklusive Leerzeichen durch 1800 teilt.]

Irgendwie hatte ich das Gefühl, eine verteidigende Erklärung dazu abzugeben und wollte darauf hinweisen, dass mein Protagonist meist mit sich selbst beschäftigt ist und daher relativ wenige Dialoge vorkommen, die ja bekanntlich hervorragendes Seitenfüllwerk abgeben.

Da viel mir  aber  das Buch „Der kleine Bruder“ von Sven Regener ein,  das ich vor kurzem gelesen habe. Regener kann mühelos eine Seite mit einem einzigen Gedankenstrang seines Protagonisten Frank füllen und packt das Ganze oft auch noch in nur einen einzigen Satz.

„Er trug einen Anzug seines Bruders und einen dazu passenden Mantel, aber beides taugte nicht viel gegen die bittere Kälte, und er fragte sich, ob es nicht doch besser gewesen wäre, seine eigenen, schon müffelnden und stellenweise auch dreckigen Sachen noch einmal anzuziehen, statt sich bei seinem Bruder etwas auszuleihen, das wäre vielleicht klüger gewesen, dachte er, so holt man sich ja den Tod, und bevor man ihn sich holt, dachte er, redet man schon in Gedanken wie seine eigene Mutter, das macht es erst richtig übel, dachte er, sich den Tod holen, wenn man in solchen Redensarten denkt, dachte er, dann steht es schon schlimm, das liegt nur an den Kälte, dachte er, die macht träge und stumpf im Kopf, und was macht es schon, wenn die Klamotten müffeln, die ganze Stadt müffelt doch mit ihrem Smog und ihrer Hundescheiße, dachte er, denn die Straßen waren voller Herbstlaub, und darunter verbarg sich die Hundescheiße und lauerte auf naiv und unbekümmerte ausschreitende Neulinge wie ihn, das hatte er gerade eben, in der Schönleinstraße, auf die harte Tour lernen müssen.“ *

Der Stil entspricht zwar nicht dem meines Buches, war aber Grund genug meine verteidigende Aussage runterzuschlucken und meiner Bekannten (und mir selbst) zum Umfang ihres Romans zu gratulieren.

*Sven Regener, Der kleine Bruder, Eichborn, Berlin

Inspirationssuche mit Quentin

Zuerst möchte ich mich für die besorgten Kommentare bedanken. In der anonymen Welt des Bloggens ist es nicht unbedingt selbstverständlich zu wissen, dass es tatsächlich treue Leser gibt, die sich über den Verbleib des ständig über sein obskures Buch labernden Schreiberlings machen. Herzlichen Dank also an Tiny und an meinen Stockholmer Blog-Kollegen Tillman.

Es liegen nun ein paar sehr arbeitsintensive Wochen hinter mir, die mich jeglicher Zeit und Muße zum Schreiben beraubt haben. Nach solch einer Phase ist es manchmal schwierig wieder den kreativen Antrieb zu finden. Für gewöhnlich suche ich dann nach einer Starthilfe, nach Inspiration.

Diese ist im Internet zuhauf zu finden. Alle ticken anders, aber was ich suche ist etwas, das den kreativen Arbeitsprozess einer Person beschreibt. Dabei muss es sich nicht einmal um einen Schriftsteller handeln. Es darf gerne ein Maler, Bildhauer, Musiker, gar Wissenschaftler sein. Was mich vorantreibt und inspiriert ist, wenn der Schaffende beschreibt, was ihn vorantreibt, inspiriert, wie er seine Arbeit strukturiert und ausführt.

Die heutige Starthilfe habe ich von Quentin Tarantino bekomme. Aus irgendeinem Grund bin ich auf Youtube auf ein Interview gestoßen, in dem er erklärt, wie er an seinen Drehbüchern arbeitet: statt mit einem Drehbuch zu beginnen, hält er die Geschichte in seinem Kopf zuerst in einem Roman fest. Erst wenn dieser abgeschlossen ist, beginnt er daraus ein Drehbuch zu destillieren. Nun haben Tarantino und sein Werk recht wenig mit meinen gegenwärtigen Projekten zu tun, aber was sie verbindet ist die Tatsache, dass sie einem abverlangen sich über Monate und Jahre hinweg an einen Tisch setzten, sie zu planen und letztendlich auszuführen.

Das Interview ist ziemlich lang, aber innerhalb der ersten zehn Minuten bekommt man bereits einen guten Einblick in Quentins Vorgehensweise. Außerdem erfährt man einige Details zu seinem Projekt Inglorious Bastards, welches derzeit unter genauer Bewachung deutscher Boulevardmedien mit Bratt Pitt, Till Schweiger und all den anderen 24-31 bekannten Schauspielern Deutschlands gedreht wird.

Belgisches Zielwasser

Sorry für die lange Blog-Abwesenheit. Die Firma hatte sich über Nacht dazu entschlossen, mich nach Brüssel zu verfrachten. Dort habe ich viel Zeit auf dem Flughafen und in Konferenzräumen verbracht. Dennoch habe ich es geschafft im Vorbeirennen eines der schlechtesten Bilder von „Japanern, die sich vor Manniken Piss fotografieren lassen“ zu machen. Jetzt muss ich erst mal Schlaf nachholen, aber bald knattert es hier wieder. Versprochen!

Zusammenfassung für den Pitch

XXX ist die tragisch-komische Geschichte eines jungen Mannes, der sein emotionales Gedächtnis verloren hat. Mühsam aber voller Euphorie versucht er, Gefühle aufs Neue zu erleben. Ausgestattet mit dem emotionalen Erfahrungsschatz eines Kleinkindes stößt er mit seinem Vorhaben oft auf Unverständnis bei seinen Mitmenschen. Die anfängliche Euphorie verfliegt, als eine neu gefundene Liebe in Liebeskummer umschlägt. Er leidet und sieht nur noch einen Ausweg: Er muss vollständige Kontrolle über seine Gefühle erlangen. Also beginnt er, diese mittels waghalsiger Selbstversuche zu erforschen. Tatsächlich entdeckt er die Mechanismen menschlicher Emotionen und lernt, diese zu seinem Vorteil anzuwenden.

„XXX“ ist der Platzhalter für den Buchtitel, der mir partout nicht einfallen will. Außerdem sollte ich wohl den Umfang der Zusammenfassung um 1/3 kürzen.  Dann noch ein paar knackige Pitch-Sätze drum herum gepackt und es kann mit dem Lecken der Briefmarken begonnen werden.

Der Weg zum Erfolgsbuch: Wanderroman und Körperflüssigkeiten Bibel

Ich habe alles, was ein erfolgreicher Autor braucht: einen sehr guten Namen, ein Wahnsinnsmanuskript, einen mitreißenden Titel und schon sehr bald einen Verlag, der hinter mir steht wie eine Eins mit sieben Nullen und mir beim Geldverdienen hilft. Jetzt müssen Manuskript und Verlag nur noch zueinanderfinden.

Ich weiß, die Aussage könnte von mir sein, ist sie ausnahmsweise aber nicht. Sie stammt von Oliver Maria Schmitt, der glaubt, mit einer Kreuzung aus Wanderroman und Körperflüssigkeiten Bibel einen todsicheren Bestseller landen zu können (Es würde mich nicht wundern, wenn ein solches Buch tatsächlich bald erscheinen würde).

Er versucht also derzeit sein Manuskript auf der Frankfurter Buchmesse an den Mann zu bringen, was ihm nicht ganz gelingen mag. Dies könnte unter anderem an seiner merkwürdigen Verkleidung liegen. Seht selbst: Der Weg zum Erfolgsbuch.

Regel Nr 1 der Verlagssuche:

Versuch nicht mit Kostüme aus der Masse herauszustechen!

Regel Nr 2 der Verlagssuche:

Wenn du glaubst, Regel Nr 1 ignorieren zu müssen,  versuch wenigstens mit deinem Kostüm keine Klischees und Stereotype zu bedienen

Cohen, Leonard Cohen

Heute Abend werde ich auf Leonard Cohen treffen. Wird aber auch Zeit, dass wir uns endlich persönlich kennenlernen. Schade nur, dass ein paar tausend Menschen unserem Treffen beiwohnen werden (im Globen).

Um auch gut vorbereitet zu sein, habe ich mich heute an folgendem Lied totgehört

„„Herr Regener“ bloggt für den Spiegel!“

Nach der FAZ zieht nun auch Spiegel Online nach und schickt einen Blogger zur Frankfurter Buchmesse. Was mich daran freut ist, dass man zu diesem Zwecke Sven Regener, jupp der Herr-Lehmann-Element-of-Crime-Sänger-Schriftsteller, angeworben hat. Heute Morgen noch habe ich sein letztes Buch „Der kleine Bruder“ zu Ende gelesen und nun darf ich dennoch weiter seinen wüsten (das ist als Lob gemeint) Gedankengängen folgen.

Natürlich bleibt da auch nicht die Mütze von Telkamp, dem diesjährigen Buchpreisgewinner unkommentiert:

“barettähnliche Sause da auf seinem Kopf”

Jetzt fehlt ja eigentlich nur noch ein Buchmesse-Blogger für die SZ. Wenn sie keinen finden sollten, kann ich das gerne übernehmen.