Ich liebe das Schreiben, aber manchmal ist es eher harte Arbeit als Vergnügen. Jahre meines Lebens stecken in dieser nur einen Geschichte, die ich nun endlich hinaus in die Verlagswelt stemmen möchte. Dass es dazu mehr bedarf, als einfach nur ein Manuskript in der Schublade zu haben, wurde an dieser Stelle bereits einige Male erwähnt. Es gibt eine Reihe von Regeln, die es im Bewerbungsprozess zu befolgen gibt (diese werde ich bald mal auflisten, wenn dies alles endlich hinter mir liegt).
Manchmal kommt mir das Ganze eher vor wie ein Test, über dessen Sinn ich mir noch nicht ganz sicher bin. Entweder denken sich die Verlage, dass die Zusammenstellung des Bewerbungsmaterial, einen Großteil der Hobbyschriftsteller entmutigt und somit die Anzahl der Bewerber reduziert, oder man denkt „wer sich die Mühe mit dem ganzen Quatsch hier macht, der hat es verdient, das sein Buch veröffentlicht wird“.
Ich hoffe auf letztere Alternative. Die Aufgabe, der ich mich derzeit stelle, ist ein Zusammenfassung der Geschichte. Die Krux ist, dass diese nicht mehr als 60 Wörtern umfassen sollte. Dies empfiehlt zumindest Andreas Eschbach und dessen Tipps waren bisher ganz hilfreich. Derzeit liege ich bei 120. Sollte ich mal in die Nähe der magischen 60 kommen, werde ich die Zusammenfassung auf Buch Geburt posten.
Morgen wird Apple übrigens neue Schreibgeräte/Notebooks herausbringen. Mein armes, altes iBook wird erleichtert sein:

Derzeit bremst meine Arbeit, also jene, die meine Rechnung bezahlt, die Buch Geburt etwas aus. Die Arbeit, also jene, die dem Buch zur Geburt verhelfen soll und keine meiner Rechnungen bezahlt, muss also an den Wochenenden erledigt werden. Das Exposé ist fertig, die Leseprobe eigentlich auch so gut wie, obwohl ich immer wieder Dinge finde, die geändert werden sollte. Der nächste Schritt ist das Anschreiben, das den Lektor überzeugen soll das Exposé zu lesen, dessen Aufgabe es wiederum ist, die Leseprobe schmackhaft zu machen.
Der Kern des Anschreibens ist der Pitch: dieser soll in wenigen Sätzen beschreiben worum es in dem Buch geht und warum sich der Verlag dafür interessieren sollte.
Das Ganze ähnelt im Prinzip dem Klappentext, dessen Aufgabe es ist das Buch an den potentiellen Leser zu verkaufen.
Alex Rühle schreibt heute in der SZ über die Art und Weise, in der Verlage ihre Bücher anpreisen und wie sie sich dabei in einen Rausch der Adjektive und Superlative versetzen. Continue reading ‘Was wollen die Verlage eigentlich?’
Der Literatur Nobelpreis ist unter Dach und Fach, aber schon steht das nächste Großereignis auf dem Plan: Die Frankfurter Buchmesse. Die Feuilletons und Literatur-Blogs werden in der nächsten Woche allerhand zu tun haben.
Literatur-Blogger bekommen nach wie vor viel zu wenig Beachtung, obwohl die meisten von ihnen ein größeres Arbeitspensum an den Tag legen, als manch hauptberuflicher Literaturkritiker. Don Alphonso von (der) Blogbar hat scheinbar die Online Redaktion der FAZ davon überzeugen können, dass es Zeit ist, einen Blick auf die sich im Internet tummelnden Hobby-Kritiker zu werfen. Auf Faz.NET portraitiert er Bloggerin Andrea Diener, die, neben einer Reihe anderer Gastblogger, auf der Homepage der Frankfurter Tageszeitung von der Buchmesse berichten, pardon, bloggen wird.
Man darf gespannt sein. Ich war noch nie auf der Buchmesse und kann mir denken, dass ein unbefangener Kommentator einem das Ganze lebhaft nahe bringen kann. Ich freue mich über die Initiative der FAZ und vielleicht verhilft sie dem einen oder anderen Literatur-Blogger zu etwas mehr Aufmerksamkeit.
Derer gibt es viele und ich bin immer wieder über das dort praktizierte Lesetempo und den Blogeifer erstaunt. Zu meine Favoriten zählen:
Libromanie
Read It
Bibliomanie
Begleitschreiben
LesenBlog aka Lauter Lesenswertes
Sauber Eingeschenkt
Reading Ease
Lisas Litblog
Mhh…habe mit Sicherheit ein zwei Blogs vergessen. Sorry!
Jean-Marie Gustave Le Clézio
Gratulation an den Autor, Horace für sein Tamtam und auch an mich für meine blitzschnelle Berichterstattung
Update: 13:02…spiegel, faz, Süddeutsche at al …ich war schneller
Für all jene, die Literatur spannender finden als Live-Fussball
Ich hoffe, dass der Link auch in Deutschland funktioniert (und dass nicht nur Schwedisch gesprochen wird):
http://www.dn.se/DNet/jsp/polopoly.jsp?d=3528&a=837688
Beginn: 13:00
Viel Spass!
Der ständige Sekretär des Nobelpreiskomitees, Horace Engdahl, hat ja unlängst öffentlich verkünden lassen, dass amerikanische Schriftsteller am 9. Oktober beruhigt angeln gehen könnten, da sie bei der Verleihung des Nobelpreises für Literatur eh chancenlos sein. Als Grund nennt er ihre Isolation von der restlichen Literaturwelt. Ich kenne Horace, den Mann mit dem coolsten Vornamen Schwedens nicht persönlich, aber ich kann mir denken, dass man ihm speziell das Wort „Isolation“ im Munde verdreht hat. Denn meinem Interpretationsvermögen nach, klingt es nach Ignoranz, und als Mann im Scheinwerferlicht – Schwedens coolster Vorname hin oder her – sollte man es vermeiden eine ganz Nation von Schriftsteller als ignorant zu bezeichnen. Continue reading ‘Nobel: Horace und die Isolation des (amerikanischen) Schrifstellers’
Nur noch wenige Tage bis zur Vergabe des großen N-Preises. Für alle Schriftsteller, die sich noch Chancen auf ihn ausrechnen und glauben, dass sie das Schicksal in den verbleibenden Stunden mit verstärktem Schreib-Output noch beeinflussen können, habe ich einen wirklich wichtigen Schreibtipp.
Das folgende Diagramm sollte für sich selbst sprechen:
Via xkcd
Auf Read it wird derzeit erhoben, welche Bücher in die Top-Ten-Book-List gehören. Die Aktion nennt sich „Bücher die man gelesen haben muss. Wer will, kann sich noch bis zum 9. Oktober an der Erhebung beteiligen. Eine private Liste zu erstellen, ist allerdings nicht so ohne. So viele Bücher, die auf der Stecke bleiben, aber dennoch genannt werden sollten. Am Besten ist es, einfach eine Liste zu schreiben, ohne großartig nachzudenken.
Et voilà :
Patrick Süßkind – Das Parfum
Fanz Kafka – Sämtliche Erzählungen
Pitigrilli – Kokain
Haruki Marukami – Kafka on the Beach
Paul Auster – Das Buch der Illusionen
Neil Gaiman – American Gods
Elijah Wald – Escaping the Delta
Albert Camus – Der Fremde
Albert Vigoleis Thelen – Die Insel des zweiten Gesichts
Jean Paul Satre – Der Ekel
Schöne Grüße aus Berlin!
Frohes Wochenende. Endlich ist es da. Zwei volle Tage, an denen ich die zurückliegende Arbeitswoche komplett ausblenden werde. Ich weiß gar nicht, wie ich es geschafft habe zwischen Bürostress und Überstunden noch ein paar Posts zu quetschen. Meine Beschreibung der vergangenen Woche mag etwas trostlos klingen, aber sie hatte durchaus auch ein paar angenehme Momente in petto.
Ein unerwarteter Höhepunkt war sicherlich eine kleine Networking-Feier, ausgerichtet von der schwedischen Nachrichtenseite The Local. Die Seite wurde vor ein paar Jahren von meinem ehemaligen Kollegen James aus der Taufe gehoben und hat sich zu der wichtigsten englischsprachigen Nachrichtenquelle in der schwedischen Medienlandschaft gemausert. Für Ausländer, die des Schwedischen nicht mächtig sind, ist es eine unverzichtbare Lektüre, um sich über die Geschehnisse des Landes zu informieren (The Local gibt es mittlerweile auch in Deutschland).
Der Ausländeranteil der Feier war demnach sehr hoch, was für ein angenehmes Flair sorgte. Als Hinzugezogener freut man sich immer über ein Treffen mit Seinesgleichen: Fremde in der Fremde. So kam es, dass ich in einer illustren Gruppe, bestehend aus einer Russin, einer Chinesin, einem Engländer, und sogar einem Schweden, über die Besonderheiten der schwedischen Gesellschaft diskutierte. Dazu kam noch ein palästinensischer Herr – der fließend Deutsch sprach – der sich als Botschafter seines Landes entpuppte und so freundlich war, mir den einen oder anderen Drink zu spendieren. Alles in allem ein gelungener Abend (der leider zu Kopfschmerzen am folgendem Tag führte).
Genug über mein glamouröses Leben. Jörn, mein schärfster Kritiker und Manager im Geiste, hat mir signalisiert, dass ich meinem Zeitplan hinterherhinke. Wir haben soeben das Exposé abgearbeitet und werden uns gleich an die Leseprobe (die ersten 30-50 Seiten der Geschichte) machen, damit die Lektoren Deutschlands auch endlich mal etwas zu tun bekommen. Apropos: am Montag bin ich in Berlin. Falls mich ein Lektor dort treffen möchte…nur nicht schüchtern sein und einfach melden

Wer bekommt den Nobelpreis?
Das Datum für die Bekanntgabe des Literaturnobelpreises steht. Die Schwedische Akademie wird den Namen des Gewinners am 9. Oktober verkünden. Man darf gespannt sein. Ich rechne dieses Jahr noch nicht mit einem Anruf, aber zumindest hoffe ich, dass ich den Namen des Gewinners auf Buchgeburt noch vor den deutschen Medien verkünden werden kann. Mal sehen ob es klappt.
The race is on.
Via The Local