Monthly Archive for November, 2008

Wochenend-Links und mein Date mit Elke Heidenreich

Endlich wieder Wochenende, der perfekte Anlass um noch mehr Zeit im Internet zu verbringen. Und dies habe ich heute folgendermaßen getan:

Zuerst bin über der/die/das interessante Blog (ich sträube mich noch immer gegen ”das” Blog) von Autor Christoph D. Brumme gestoßen. Dort erhebt er unter anderem die Frage „was kann der Roman heute leisten?“ und kommt zu folgender schönen Feststellung:

Doch Literatur hat keine Adressaten, sondern bestenfalls Empfänger. Erstere sind bekannt, letztere erhalten Flaschenpost.

Dann fand ich auf Jetzt.de einen Artikel über den immer wieder lustigen Mr. Max Goldt, dem zu Folge „Gelächter das am einfachsten zu erzeugende Geräusch“ ist und der das Handeln des  Verfasser des Artikels, Daniel Kehlmann (DER Daniel Kehlmann? Ich denke schon.), folgendermaßen beeinflusst:

Seinetwegen achte ich streng darauf, niemals zu früh am Ort der Einladung zu erscheinen, seinetwegen denke ich gar nicht daran, mich bei Vorstellungen welcher Art immer in die erste Reihe zu setzen, und seinetwegen würde ich Mitarbeitern der Bild-Zeitung nur die Hand geben, wenn ich es gar nicht vermeiden kann. Und ich weiß, dass es vielen so geht.

Dank Störsignale weiß ich nun, dass heute Mark Twains Geburts- und Oscar Wildes Todestag ist.

Das Literaturhaus München proklamiert an diesem Wochenende „Andere Bücher braucht das Land!“ Auf dieser Veranstaltung werden „Unabhängige Verlage mit kreativen Verlegerinnen und Verlegern an ihrer Spitze, Programme mit dem gewissen Etwas, kunstvolle Bücher“ aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt.

Falls jemand an diesem Wochenende im Literaturhaus München war, würde ich mich sehr freuen, ein wenig über die Veranstaltung zu hören. (Via Literatur München)

Dann gibt es ja noch das Thema Elke Heidenreich, dass die Welt der Kultur- und Bücherblogs stark bewegt. Selbst habe ich die Dame noch nicht Bücher rezensieren sehen/hören, kann mich aber erinnern vor 10 Jahren mal neben ihr im Kino gesessen zu haben. Wir sahen den Film „23“ und ich dachte nur, dass die Dame, die ich irgendwo mal im Fernsehen gesehen hatte, ganz lustige Kommentare abgab, obwohl ich lustige Kommentare im Kino oft nicht abhaben kann. Mmm, das klingt nun, als hätte ich ein Date mit Elke Heidenreich gehabt. Wie auch immer, auf Saubereingeschenkt gibt es mehr zu ihrer neune Online Sendung.

Ihre Rezensionen der Bibel war ja schon ganz gut:

GPS-Roman vs Kopfkino

Ich mag Bücher und sehe ihre Existenz derzeit noch nicht gefährdet. Auch dieses Medium wird sich einer Veränderung unterziehen müssen. Wie, wann und in welcher Form sei mal dahingestellt. Es wird aber auf jeden Fall spannend sein, diese Entwicklung zu verfolgen.
Es gibt auf jeden Fall eine Hülle von Technologien, die sich theoretisch mit dem Medium Buch kombinieren lassen. Die Frage ist nur, welche Kombination sich letzendlich durchsetzen wird.
Wie wäre es zum Beispiel mit einem GPS-Roman?
Christoph Bendas Roman “Senghor on the rocks” ist wohl das erste Buch dieser Gattung. Auf einer Homepage kann sich der Leser durch ein virtuelles Buch klicken und dieses Seite für Seite mit der Maus durchblättern. Der Clou an der Sache ist aber, dass das Buch mit ortsbezogenen Daten versehen ist. Dank Google Maps kann der Leser also immer genau mit verfolgen wie der Protagonist innerhalb des Plots von einem Ort zum anderen zieht.
Ein sehr interessantes Konzept, wie ich finde, aber richtig zum Lesen des Buches wurde ich allerdings nicht. Vielleicht sollte man manche Dinge aber auch einfach der Phantasie überlassen. Das sogenannte Kopfkino ist ja schließlich einer der besten und interessantesten Plätze im Menschlichen Gehirn!

Die Zukunft des Buches

Wie ist es eigentlich um die Zukunft des Buches bestellt? Hat es überhaupt noch eine Zukunft? Wird es einen ähnlich qualvollen Tod erleiden, wie die altehrwürdige Zeitung? Wird das E-Book daherkommen und das Rascheln der Seiten, den Geruch des Papiers auf ewig aus unseren Bücherregalen verbannen, ähnlich wie es einst der iPod mit diversen Tonträgern getan hat?

Genug nun der reißerischen Fragen.

Auf Deutschlandfunk findet heute Abend eine Diskussion zur Zukunft des Buches im digitalen Zeitalter statt, in der folgende Experten hoffentlich weniger reißerische Aussagen treffen werden wie ich

  • Denis Scheck, Literaturkritiker, DLF
  • Johano Strasser, Präsident P.E.N. Zentrum Deutschland
  • Carola Müller, Verlag Vandenhoeck und Ruprecht
  • Hans Janke, Fernsehspielchef ZDF

Das Kulturgespräch beginnt um 19.15 Uhr. Ein Livestream sollte auf DLFs Homepage vorhanden sein.

Dank an Olli von Zuckerbrot für den Tipp.


Nerd Musical

Als ich neulich  mein neues MacBook erwähnte wurde ich nach den Vorteilen eines Macs gegenüber eines PCs gefragt. Mein Antwort viel recht kurz und knapp aus, da ich keine Mac vs PC Diskussion vom Zaun brechen wollte. Wenn man sich aber folgendes Video anschaut wird deutlich, dass
a) ich mir mehr Mühe bei der Beantwortung der Frage hätte geben können
b) eine Mac vs PC Diskussion ganz schön ins Auge gehen kann.

Ich mag Nerds ;)

via Ned-News

P.O. Enquist erhält August-Preis

P.O. Enquist hat bereits zum zweitel Mal den prestigevollen Augustpriset der schwedischen Verlegervereinigung erhalten. Der Preis wurde ihm in der Kategorie „Schwedisches schönliterarisches Buch des Jahres“ 2008 für sein autobiografisches Buch “Ett annat liv” (ein anderes Leben) verliehen.

Soweit ich weiß, ist das Buch noch nichts ins Deutsche übersetzt worden.

Und wenn mich nicht alles täuscht, ist der Preis nach diesem Herrn benannt:

August Strindberg

August Strindberg

Wenn ihr mich fragt, ist diese Frisur bis heute noch unerreicht.



Ins Comic diktiert

Neulich hatte ich darüber berichtet, dass ich irgendwie und unwissentlich in die Handlung eines von einer Kollegin geschriebenen Buches gestolpert bin. Diese hatte nämlich den Büroalltag in ihrem Roman veröffentlicht. Mehr habe ich noch nicht über den Inhalt des Buches in Erfahrung bringen können. Dafür weiß ich aber nun, dass besagte Kollegin auch Comics zeichnet und sich da, genau wie beim Schreiben, aus dem Ereignispool unserer Firma bedient.
Für alle die sich fragen, wie der BuchGeburt Kerl eigentlich aussieht:

Der Hintergrund zu der Zeichnung:
Eines schönen Abends waren wir mit ein paar Kollegen nach der Arbeit noch ein Bierchen trinken. Zwei Bierchen später begannen wir darüber zu diskutieren, welche Superkräfte wir als Comic-Helden hätten. Da ich ein Art (¾) Fotografisches Gedächtnis habe, dass sich immer nur einschaltet, wenn ich etwas verlegt habe, sagte ich, dass meine Superkraft das Finden wäre. Langweilig, ja, aber hey…ich hatte schon Bier Nr. drei begonnen und wenn Batmann mal wieder die Schlüssel zum Batmobil verloren hat, wünschte er sich sicherlich auch Finder-Superkräfte zu haben. 

Büro Schnee

Es schneit und schneit und schneit. Morgen soll ich eigentlich nach Lichtenstein fliegen (Witze über Schwarzgeld Konten werden als Spam behandelt ;) ) aber zur Zeit gehen von Arlanda Airport kaum Flüge ab. Mal schauen ob es was wird.

Blick aus dem Büro Fenster:

Der wohlverdiente Online Sonntag

Heute wurden noch mal ein paar (Manuskript-)Tüten geklebt, aber danach war wohlverdiente sonntägliche Ruhe angesagt. Kurz und schmerzlos kommentiert sah das so aus:

  • kurze Jogging-Runde um den See

  • längere Surf-Runde im Internet. Davon gibt es kein Foto, aber auf Uwes Blog gibt es zwei sehr lustige Videos, die die Tätigkeiten des Durchschnittssurfers hervorragend zusammenfassen.
  • Danach fand ich ein wenig Trost, auf Richard K. Breuers Blog, denn dieser schlägt sich derzeit auch mit seinem Manuskript herum. Da man Tag ein Nacht aus immer nur alleine in seiner Schreibstube  sitzt, ist es immer wieder schön zu erfahren, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist ;)
  • Als nächstes bin ich dann über Lilos BookBox gestolpert, an der sie derzeit noch bastelt.
  • Abschließend habe ich mir von Christoph Maasch auf Sprechbude aus Jonathan Harkers Tagebuch (Bram Stoker, Dracula) vorlesen lassen. Sprechbude ist der perfekte Begleiter bei Ausflügen durchs Internet.

Schreiben ist die Norm

Es hat geschneit in Stockholm. In den vergangenen beiden Jahre hatten wir hier recht wenig Schnee, aber vielleicht ändert sich das nun diesen Winter. Die Stadt ist in Weiß getaucht noch schöner und der Schnee hellt die Dunkelheit ein wenig auf.

Aber nun zum Geschäftlichen. Es ist endlich wieder an der Zeit ein paar Tipps abzugeben, damit dem ein oder anderen Hobbyschriftsteller vielleicht ein wenig Zeit beim Durchforsten von Fachliteratur und dem Internet erspart bleibt.

Ein relativ wichtiger Aspekt der Verlagssuche ist, das Aussehen des Manuskripts beziehungsweise der Leseprobe. Das eingesandte Material sollte tunlichst in einem bestimmten Format gehalten sein. Das Format stammt noch aus der guten alten Zeit der Schreibmaschine, aber die gesamte Verlagsbranche schwört nach wie vor darauf.  Die Normseite eines Buchs umfasst nämlich so ziemlich genau 1800 Zeichen (30 Zeilen mit 60 Anschlägen). Dasselbe sollte also auch auf die Seiten des Manuskripts zutreffen. Als Schrifttyp empfiehlt sich Courier New bei einer 12er Schriftgröße.

Zudem sollte jede Seite mit dem Namen des Autors und des Titels in der Kopf- oder Fußzeile vermerkt sein. Die Seitenzahl sollte man natürlich auch nicht vergessen. Zusätzlich würde ich auch noch versuchen die Kontaktdaten – zumindest Telefonnummer oder E-mail – einzubinden.

Speziell der Part mit der Zeichenformatierung ist vielleicht nicht jedermanns Sache. Zum Glück bietet das Literaturforum eine Dokumentenvorlage als Download an. Nach dem Download muss also nur noch der Text, Name und Titel eingefügt werden und fertig ist das Manuskript.

Normseite

Publizier mein Buch soooonst….!

Während meiner Vorbereitungen für die Verlagssuche ist mir der Tipp untergekommen, mit Lektoren zu sprechen, bevor man das Manuskript, Leseprobe oder was auch immer einsendet. Klingt logisch, dachte ich mir. Dummerweise ist diese Unterfangen ungefähr so einfach, wie beim Bundeskanzleramt anzurufen und sich mit Angela Merkel verbinden zu lassen. Sprich: ich habe keinen einzigen Lektor ans Rohr bekommen und wurde immer wieder von mehr oder minder genervten Empfangsdamen abgeblockt.

Publizier mein Buch soooonst.....!

Sicher, ich könnte mich durchmogeln, sagen dass ich wegen eines Todesfall in der Familie anriefe (das kommt bestimmt sehr gut an!) oder mir wie in der Mentos Werbung ein Stirnband umbinden, eine Stapel Bücher schultern, mich ins Verlagsgebäude schleichen und mein Manuskript auf dem Schreibtisch des Lektors platzieren. Bei der Gelegenheit könnte ich auch ein paar Geiseln nehmen. Aber lassen wir das. Meine Unterlagen gehen nun unverlangt ein, eben wie alle anderen 350 Manuskripte, die täglich bei den Verlagen landen. Unverlangt! Klingt verdammt nach  unerwünscht!

Ich habe das Gefühl, dass es an der Zeit ist mir einen Agenten zu suchen. Das hatte ich zwar erst als Plan B vorgesehen, aber Plan A erscheint mir plötzlich nicht mehr so gut. Dazu also bald mehr.

Apropos Lutschbonbons: man sollte wirklich nur zu Mentos greifen, wenn es keinen anderen Ausweg gibt, denn der ungeübte Umgang mit den runden Zuckerpillen kann gefährlich sein. Seht selbst.