Ins Buch diktiert

Das Schicksal hat mir einen Plan B zugespielt, für den Fall, dass es mit der Buchveröffentlichung nicht klappen sollte. Gestern, im Büro, fand ich nämlich ein Manuskript im Drucker. Dabei handelte es sich (ausnahmsweise) nicht um mein eigenes, denn es war feinsäuberlich mit dem Namen einer Kollegin versehen und zudem noch in schwedischer Sprache verfasst.

Prompt viel mir ein Gespräch mit besagter Kollegin ein, das wir vor Monaten einmal bei einer Unternehmensfeier geführt hatten. Damals hatte sie mir anvertraut, dass sie ebenfalls an einem Buch schreibe, welches Geschehnisse aus ihrem Alltag zum Gegenstand hätte.

„Ihr Alle kommt darin auch vor“, gestand sie und zeigt mit ihrem Zeigefinger reihum auf alle Anwesende im Raume, was schon fast einer Drohung glich. Wir änderten das Thema auch schnell wieder und besannen uns auf andere Dinge, wie beispielsweise Weintrinken.

Ihr Worte schossen mir wieder durch den Kopf, als ich den Titel des Manuskripts erspähte: Mit offenen Augen

Bin mal gespannt wie ich darin wegkommen werde. Sollte meine Kollegin mehr Glück bei der Verlagssuche haben als ich, könnte ich zumindest Gegenstand eines Buches, wenn schon nicht der Verfasser, werden.

Dennoch werde ich in Zukunft viel vorsichtiger bei der Wahl meiner Worte und Taten sein, denn man ist ja nicht ständig „buchreif“. Zumindest nicht im positiven Sinne.

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