Buch des Monats – Dezember

Wer schreibt, sollte auch viel Lesen. Oft hat man aber neben Arbeit und Schreibprojekten dazu nicht so viel Zeit, wie man es sich manchmal wünschte. Um mich aber zu mehr Lesedisziplin zu zwingen, habe ich mich dazu durchgerungen mindestens ein Mal im Monat ein Buch zu besprechen.

Diese neue Tradition wird eingeläutet mit Mark Haddon – Superguter Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone.

Haddon, der seine Karriere als Kinderbuchautor begann, erzählt in Superguter Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone die witzige und zugleich rührende Geschichte des 15-jährigen Christopher Boone, der quasi über Nacht zu einem Detektiv avanciert. In der Nachbarschaft wurde nämlich ein Hund hinterrücks mit einer Forke erstochen. Dieser Mord gilt aufgeklärt zu werden und Christopher beginnt in der Nachbarschaft Recherchen anzustellen.

Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der Protagonist am Asperger-Syndrom leidet. Christopher nimmt die Welt also anders war, als seine Mitmenschen. Für ihn macht sie nur Sinn, solange sie in Listen, Fakten und Zahlen eingeteilt ist. Abstrakte Dinge, wie Witze oder Metaphern sind ihm ein Rätsel. Ebenso das Konzept der Lüge, das ihm nicht wirklich einleuchten will. Christopher wird im Verlauf des Buches mit einer horrenden Lüge konfrontiert, die sein Weltbild noch weiter ins wanken bringt, aber ich möchte nicht zu viel verraten.

Mit der Wahl des Protagonisten, hat Haddon einen Volltreffer gelandet. Wir haben es hier mit einem jungen Menschen zu tun, der zwar dieselbe Sprache spricht, wie alle um ihn herum auch, aber den zwischen den Wörtern liegenden Code nicht entschlüsseln kann. Mit diesem Kniff hält Haddon dem Leser einen Spiegel vor. Unsere zwischenmenschlichen Interaktionen werden von unausgesprochenen Regeln – einer Art sozialem Kitt – die wir unreflektiert befolgen, zusammengehalten. Wenn Christopher mit anderen Menschen spricht, wird sofort deutlich, dass vieles von dem, was ein Mensch tagtäglich sagt, oft gar nicht so, oder ganz anders gemeint ist.

Christopher hat nicht viel mit dem Protagonisten aus meiner Geschichte gemeinsam, aber was sie verbindet ist, dass sie  ihre Umgebung anders wahrnehmen als ihre Mitmenschen und dabei oft auf Unverständnis stoßen.

Das schöne an diesem Buch ist, dass den Leser sowohl zum weinen als auch zum lachen bringt und dies manchmal sogar gleichzeitig.

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