Monthly Archive for January, 2009

Die Liste der guten Vorsätze

Wie bereits angekündigt beginnt das Jahr 2009 für mich erst am 1. Februar. Diese kleine, kosmetische Änderung des Kalenders war nötig, da ich aus verschiedenen Gründen den offiziellen – oder sollte ich sagen „mainstream“ –   Start ins neue Jahr verpasst hatte. Heute ist also quasi Sylvester, aber statt mich volllaufen zu lassen und meine Nachbarn um Mitternacht mit Böllern aus dem Bett zu schrecken, beginne ich lieber mit der Umsetzung meiner guten Vorsätze. Ganz oben auf der Liste steht „Beginn neuen Roman“. Das wird auch Zeit, denn Korrekturlesen und Verlagssuche haben die vergangenen Monate dominiert, und aus dem kreativen Schriftsteller (dem die Frauen zu Füssen liegen ; ) ) war eher eine Art Buchhalter geworden. Zwar sollte das Manuskript nochmals überarbeitet werden, aber so lange sich die Verlage nicht melden (klingt ganz so, als ginge ich davon aus, dass sie dies tatsächlich tun werden) hat das noch Zeit. Auch die Suche nach einem Agenten wird in der Liste der guten Vorsätze nach unten verschoben.

Hoffentlich kann ich schon bald mehr zu dem neuen Projekt sagen. Bis dahin: frohes Neues!

Was Frauen an Männern attraktiv finden! Oh yeah!

Internet Startups sind eine spannende Sache, wie ich finde. Deshalb hat mich auch direkt die Neugierde gepackt, als ich von Statista, dem Deutschen Startup des Jahres 2008, las. Statista bietet Zugriff auf eine Fülle von Statistiken. Ich habe mich also direkt auf die Suche nach Fakten zum Thema Schreiben, Schriftstellern usw. gemacht und siehe da:

Katsching! Literatur (in der Umfrage definiert als „Geschichten schreiben“) kommt noch vor Surfen und Fußball. Um ganz auf Nummer sicher zu gehen und die Herzen der Damenwelt garantiert zu erobern, sollte ich mich vielleicht ans Schreiben eines Kochbuchs begeben!

Fahrzeugtuner können Einpacken!!!

Wo kommen eigentlich Bücher her?

Wie ein Buch entsteht: Von der Schreibmaschine in den Buchladen!

Ganz so falsch ist die Darstellung nicht. Vor allem zeigt sie mir auf, dass ich bisher eine ganze Menge falsch gemacht habe ;)

Der Literarische Fightclub

In der FAZ geht es derzeit heiß her. Die Kulturredaktion versucht mit aller Macht Gewalt und Aggression in der Literaturszene zu schüren. Erst gestern erschien ein Artikel mit dem Titel „Dichter hassen besser“ in dem zu einen berühmte Dichterfehden reminisziert werden und zum anderen arme Schriftstellerikonen ganz nebenbei eine verpasst bekommen: „ Emile Zola, einer der meistgehassten Dichter aller Zeiten“. Der arme Kerl.

Aber das ist noch lange nicht alles. Clemens Meyer fordert seine Schriftstellerkollegen in seinem FAZ-Blog dazu auf, die Schreibgeräte aus der Hand zu nehmen und stattdessen die Fäuste zu schwingen; ganz im Stile von Hemingway, der sich sogar nicht zu schade war, Tote herauszufordern: „ ich habe angefangen zu versuchen, tote Schriftsteller zu schlagen, von denen ich weiß, wie gut sie waren”.

Ist die FAZ etwa Wegbereiter für einen neuen Trend in der Literaturszene? Für ein wenig Aufmerksamkeit tue ich ja bekanntlich alles. Nehmen wir also mal an, die altehrwürdige Zeitung hat Recht, und bald werden Buchmessen nichts anderes als Kampfveranstaltungen sein: wären dann nicht David-gegen-Goliath-Kämpfe besonders populär? Ich alter Hobbyschriftsteller bräuchte also nur einen etablierten „Champ“ der  Literaturkampfszene herausfordern und boooom wäre ich im Geschäft. Wie wär’s Mr. Meyer? Ready to rumble ;)

Ich werde mir mal ein paar rohe Eier genehmigen und dann kann es los gehen.

100 BuchGeburten

Post Nr. 100!!! Das ging aber schnell. Hätte ich mir gar nicht zugetraut. Glückwunsch BuchGeburt!

Nun aber nichts wie weiter zu Post Nr. 101

Wüste Schuldzuweisungen

Ich hatte vergangene Woche bereits erwähnt, dass ich dieses Jahr einen fulminanten Fehlstart in nahezu allen Bereichen meines Lebens hingelegt habe.  Wenigstens ist der/die/das Blog wieder ins Rollen gekommen (merkwürdigerweise sind die Besucherzahlen seit meiner Rückkehr in den Keller gegangen :-/).

So kann das leider nicht weitergehen, da ich ja schließlich das nächste Buchprojekt in Angriff nehmen muss. Um die gegenwärtige Schreibflaute zu überkommen habe ich beschlossen meine Arbeitsroutine zu ändern. Bisher war mein Küchentisch Arbeitsplatz Nummer eins, aber zur Zeit läuft es hier einfach nicht. Daher habe ich beschlossen, zu einer alten Arbeitsroutine aus der guten alten Studienzeit zurückzukehren: Flucht in die Stille einer Bibliothek! Bisher habe ich noch keine Bibliothek in unmittelbarer Umgebung gefunden. Daher bin ich direkt zu der Nummer zwei auf der Liste „Arbeitsroutine aus der Studienzeit“ übergegangen: Flucht in Café.

Voller Vorfreude, ein Liedchen trällernd stapfte ich durch den Regen zu einem gemütlichen Café und war mir sicher, dass ich dort mindestens ein Kapitel schreiben würde. Leider habe ich vergessen, dass die Stockholmer an regnerischen Sonntagen nichts lieber tun, als dumm in Cafés zu sitzen und mir damit meinen Arbeitsplatz zu versperren. Ich habe schlichtweg nirgends einen Sitzplatz gefunden und wäre aus Verzweiflung beinahe in ein Pub gegangen, um dort zu schreiben. Allerdings kenne ich mich zu gut und weiß, dass ich dort wahrscheinlich eher direkt zum Biertrinken und Fußballschauen übergegangen wäre.

Darum sitze ich nun wieder in der Küche und schreibe belanglose Blogposts, statt an meiner Geschichte zu werkeln. Und wessen Schuld ist das? Genau, die aller Stockholmer, die heute die Cafés auf Södermalm verstopfen :)

Urban Knitting die Dritte

Ich weiß, dass ich Gefahr laufe bald als Strick-Blogger verschrien zu werden, aber dennoch wollte ich euch meine neuste Urban Knitting Entdeckung nicht vorenthalten.


Wer nicht weiß, was es mit dem Stickzeug auf sich hat, findet hier und dort ein paar Hintergrundsinformation zum Thema.

Abschlussprüfung mal anders

Gestern habe ich mir einige der Abschlussarbeiten, oder eher gesagt Abschlussfilme, von Studenten des Dramatiska Institutet angeschaut. Es handelte sich hierbei um Kurzfilme mit einer Dauer von genau 30 Minuten. Die Filme waren Gemeinschaftsprojekte der Studenten.

Natürlich schaut man sich solche „Projekt-Filme“ automatisch ganz anders an, als es bei einem normalen Kinogang der Fall ist. Ich richtete mein Hauptaugenmerk auf die Erzählstruktur und versuchte mich in die Rolle des Drehbuchautors zu versetzen. Auffällig war, dass – wider Erwarten – keiner der Filme experimentelle Elemente enthielt. Ich hatte eher das Gefühl, dass man versuchte hatte eine typische TV-Produktion zu erzeugen, um sich so für die hiesige TV- und Filmindustrie zu empfehlen, was ja auch durchaus verständlich ist. Allerdings lag darin meiner Meinung nach auch oft das Problem.

Das Konzept eines 90-minütigen Spielfilms lässt sich nur schwer auf ein 30 Minuten Kurzfilm-Format komprimieren. Der Spannungsbogen war oft zu aufgebläht, wie ich fand, was dazu führte, dass Charaktere und Handlung ziemlich hektisch daher kamen. Damit will ich, der ich selbst kein einziges Drehbuch geschrieben habe, die Studenten gar nicht so sehr kritisieren, denn die meisten Filme waren sehr unterhaltsam. Allerdings fühlt man sich nach drei Filmen, drei kritischen Schwangerschaften, Drogenschmuggel, zwei tragischen Liebesbeziehungen und mehreren Brustkrebsopfern, und das wohlgemerkt ganz ohne Unterbrechung, schon sehr stark gebeutelt. Ich freue mich schon auf die kommenden Abschlussprüfungen.

Ablehnungs-Etikette

Neben einer Grippe erwartete mich bei meiner Rückkehr aus Deutschland auch die erste Absage eines Verlages. Dass mein Manuskript abgelehnt werden würde, damit habe ich durchaus gerechnet. Dies sei im Voraus klargestellt, damit niemand denkt, ich sei ein pampiger, kleiner Hobbyschriftsteller der nicht mit Ablehnung umgehen kann.

Ich finde es sogar sehr nett, dass sich Verlage die Mühe machen Absagen zu verschicken. Ich habe auch vollstes Verständnis dafür, dass es sich dabei um Standardbriefe handelt. Im günstigsten Fall erhält solch ein Brief sogar eine aufmunternde Phrase wie „wir wünschen Ihnen weiterhin viel Glück“.

Dennoch habe ich mich an einem kleinen Detail dieser Absage gestört: dem Datum.  Mit ein wenig Kopfrechnen lässt sich aus diesem nämlich schließen, dass der Brief das Verlagshaus am selben Tag verlassen haben muss, an dem meine Unterlagen dort eingegangen sind. Wenn man dann noch bedenkt, dass Verlage auf ihren Webseiten darauf hinweisen, dass man mit mindestens drei Monaten Wartezeit für eine Antwort rechnen muss, ist das doch schon recht merkwürdig.

Ich finde das natürlich ein bisschen enttäuschend und auch ein wenig frech. Wenn man sich denn schon die Mühe gibt nette und aufmunternde Absagen zu versenden, dann muss man es doch nicht so offensichtlich machen, dass sich kein Schwein meine Unterlagen angeschaut hat. Anders kann ich diese „überstürzte“ Antwort nicht erklären. Ich hatte zwar zwei weiter Möglichkeiten in Betracht gezogen, welche mir aber nicht sonderlich plausibel erschienen:

a)    die Verlage hatten kurz vor Weihnachten nichts zu tun und daher Zeit Unterlagen postwendend zu lesen.
b)    Ein Postbote hat das Kuvert mit einer obszönen Zeichnung versehen, die den Lektor so erbost hat, dass er nicht anders konnte als mein Buch abzulehnen.

Ich möchte andere Verlage, die beschlossen haben mein Buch ebenfalls abzulehnen, aber nicht entmutigen, sondern hoffe dennoch auf eine Antwort. Mittlerweile ist ja auch schon ein Monat vergangen ;)

Fehlstart

Nach wochenlanger Blogabstinenz bin ich endlich wieder online. Erst waren es zwei sehr entspannende Urlaubswochen mit begrenztem Internetzugang, die mich vom Bloggen abgehalten hatten. Dann, kurz nach meiner Rückkehr nach Stockholm, wurde ich von einer ziemlichen fiesen Grippe niedergestreckt. Diese hielt mich nicht nur von der Pflege der BuchGeburt ab, sondern auch vom Arbeiten (sprich Geldverdienen). Im Büro ist also auch mehr als genug zu tun, und ich sehne mich schon wieder nach Urlaub. Der Start ins neue Jahr was also nicht sonderlich berauschend und insgeheim habe ich beschlossen den Januar eher zu ignorieren und im Februar mein persönliches Neujahr zu feiern. Mit guten Vorsetzten und so.

Apropos: 2009 (jenes, das in zwei Wochen eingeläutet wird) soll einiges passieren, was das Schreiben , aber auch Form und Inhalt der BuchGeburt anbelangt. Dazu aber später mehr.