Rosige Zeiten für den Bücherfan in mir. Zum einen hat mir meine Bank ein Buch geschenkt, beziehungsweise hat sie mir sechs Bücher zur Auswahl gestellt, aus denen ich mir eines aussuchen darf. Sind jetzt keine richtigen Brüller dabei, aber ich will nicht klagen.

Aber damit noch nicht genug. In Schweden hat die traditionelle Bokrea begonnen. Was der Sommer/Winterschlussverkauf für die Bekleidungsbranche, ist die Bokrea für den Buchhandel in Schweden. Dieser großangelegte Buchausverkauf findet jedes Jahr im Februar statt und ist eine ziemlich tolle Tradition. So mancher Buchhandel öffnet seine Pforten am ersten Tag der Bokrea sogar schon um Mitternacht.
Ich weiß nicht ob es stimmt, aber ich habe gehört, dass manche Verlage spezielle Rea-Ausgaben auf billigerem Papier drucken, um trotz gesenkter Preise noch etwas mehr Gewinn zu machen.
Ich zieh dann mal gleich los und versuch ein paar gute Angebote abzustauben.
Beim Insel-Verlag ist der „Literarische Führer Deutschland“ erschienen. Der 1469 Seiten starke Wälzer listet die Wohnorte deutscher Schriftsteller auf. Die FAZ meint dazu:
Lebt der Wanderdichter Ransmayr, der ohnehin zehn Monate im Jahr zu Fuß in der Welt unterwegs ist, nun während der anderen zwei Monate des Jahres immer noch in Cork, oder ist er nicht längst zurück nach Wien gezogen? Lebt Genazino jetzt in Heidelberg oder Frankfurt, oder war das nicht immer schon Mannheim? Ist die dänische Insel Fünen, auf der Siegfried Lenz lebt, von unserer Karte gefallen? Und wer wohnt am einsamsten? Georg Klein in Bunde in Ostfriesland? Botho Strauß in der Uckermark? Karen Duve auf dem leeren Land bei Brunsbüttel? Oder ist sie mit ihrem kleinen Tierpark nicht längst aufs Brandenburger Land gezogen? Was macht Helmut Krausser in Rom? Gregor Hens in Ohio? Rafik Schami in Kirchheimbolanden?
Ich meine: Warum ist Martin G. aus Stockholm nicht aufgeführt? Man hätte mich doch zumindest unter meinem deutschen Zweitwohnsitz listen können!!!
Via: FAZ
Welche Bedeutung mag dieses Schild wohl haben? Handelt es sich um das Pseudonym eines Schriftstellers? Eine Karnevalshymne zu Ehren des Mannes hinter der Buch Geburt?

Schreiberling Christopher Hardebusch findet beim Heyne Verlag den Beweis dafür, dass die von mir so oft verfluchten Manuskriptstapel auf den Schreibtischen der Lektoren tatsächlich existieren.
Dazu sollte allerdings bemerkt werden, dass besagte Manuskripte von dem Wettbewerb ”Magischer Bestseller” herrühren.
Alexander von der Schreibbloggade, der vor kurzem auch ein Manuskript an einen Verlag gesandt hat, macht mir mit einer Geschichte über eine erfolgreiche Schriftstellerin Angst. Besagte Schriftstellerin fand den Stress des Schreibens als zu anstrengend und hat ihren Stift deshalb an den Nagel gehängt. Aber soweit sind wir zum Glück noch nicht. Aber warum sollte es einem Schriftsteller anders ergehen: Beruf ist eben Beruf und allzu oft mit Stress verbunden.
Und zu guter Letzt:
Bettina, von der Unsichtbaren Bibliothek hat ein Talent dafür, die Besten Sprecher der Republik für ihr Podcast-Segment zu gewinnen.
Auf Smågodis bin ich gerade über eine wunderbare Aktion gestoßen.
Es klingt wie eine Idee, die ein paar Leute nachts in einer Kneipe gehabt haben. Allerdings war die Idee ziemlich gut, und deshalb haben sich die klugen Köpfe dazu entschlossen, sie in die Tat umzusetzen: Ida und Joakim wollen den Tag des Büchertauschs (den stora Bokbytardagen) ins Leben rufen. Ziel ist es, dass sich am fünften März Bücherliebhaber im ganzen Land zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einem Buch in der Hand treffen. Und dann darf getauscht werden. In Stockholm wird man sich am Sergels Torg zwischen 12:00 und 13:00 Uhr treffen. Ich werde definitiv versuchen dabei zu sein. Es wäre natürlich toll, wenn ich mein eigenes Buch an den Mann bringen könnte, aber vielleicht ja nächstes Jahr.
Übrigens: der fünfte März ist gleichzeitig der World Book Day
Und er fängt schon wieder mit dem online Buch-Marketing an.
Ich bin über eine Seite mit der schönen URL Zehnseiten.de gestolpert. Der Name dieser Seite ist Programm: Autoren – wenn ich mich nicht irre, allerdings nur solche, die auch einen Buchvertrag in der Tasche haben – lesen zehn Seiten ihres Werks vor, werden dabei gefilmt und das fertig Video kann man sich dann online anschauen. Pang, so einfach, aber genial.
Eine sehr gute Idee, wie ich finde, denn sie gibt dem potentiellen Leser die Möglichkeit sich selbst ein Bild von einem Buch zu machen, statt sich den Präferenzen und Launen eines Rezensenten auszusetzen. Außerdem sieht man, was ja eigentlich recht selten der Fall ist, den Menschen aus dessen Kopf ein solches Buch entsprungen ist. Wie es scheint, sehen das die Verlage auch so, denn die Videos auf Zehnseiten.de werden stetig mehr.
Morgen startet das Author Boot Camp und ich wäre gerne dabei. Es gibt allerdings zwei Haken: a) der Spaß ist recht teuer und b) es findet in San Fransisco statt, was wiederum Haken a) zuspielt.
Ich kann die in den USA ansässigen Leser der Buch Geburt zwar an einer Hand abzählen, aber vielleicht schafft es ja doch einer von ihnen dorthin.
Das Camp wird von Scott Sigler and Seth Harwood geleitet, die in den USA als Pioniere der Buchvermarktung mithilfe des Internets gelten. Vor zwei Jahren hatten beide Herren nichts als ein Manuskript und Unmengen an Verlagsabsagen. Mittlerweile habe beide Verträge mit renommierten Verlagen und ihre Bücher verkaufen sich recht gut.
Erreicht haben sie dies, indem sie ihre Werke im Internet präsentiert und dadurch eine recht große Leserschaft aufgebaut haben. Im Prinzip sind Scott und Seth nichts anderes als die berühmten Myspace-Phänomene wie The Artic Monkeys, nur eben mit Büchern statt mit Instrumenten. Und wie man sein Buch mithilfe des Internets an den Mann bringt, erfährt man also während des Author Boot Camps.
In Deutschland hatten wir so ein Internet-Buch-Phänomen meines Wissens noch nicht, oder kann mich jemand eines Besseren belehren?
Vor langer Zeit hatte ich mich mal über das Planen einer Story/eines Romans ausgelassen. Für das neue Projekt habe ich mich für die Variante Storyboard entschieden. Bisher ist es noch ein recht loses Gerüst, aber es wächst stetig. Im Vergleich zu anderen Ansätzen, die ich früher benutzt habe, funktioniert diese Variante am Besten für mich.

Es ist nicht viel auf dem Foto zu erkennen, aber jedes Kästchen stellt ein Kapitel bzw. Eckpfeiler der Geschichte dar. Die Arbeit ist im vollem Gange und ich werde auch bald einmal durchsickern lassen, worum es geht. Gleichzeitig habe ich mir vorgenommen ein wenig Einblick in den vorherigen Roman zu geben, der ja derzeit auf den Schreibtischen der Lektoren Deutschlands schlummert.
Aus schreibtechnischer Sicht war das Wochenende recht erfolgreich. Statt mich auf der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz durch die Stockholmer Innenstadt zu wurschteln, bin ich gleich zu Hause am Küchentisch geblieben und habe dort an meinem neuen Projekt gewerkelt.
Dumm ist nur, dass ich mich bald nach einer neuen Küchen, beziehungsweise Wohnung zum Arbeiten umsehen muss, da ich erfahren habe, dass ich aus der Alte eventuell schon bald ausziehen muss. Dazu aber mit Sicherheit in Bälde mehr.
Zu meiner Freude habe ich ein Video der wunderbaren Mur Lafferty entdeckt, in dem sie sich über die Probleme beim Schreiben in einem Café auslässt. Geteiltes Leid ist eben halbes Leid
Aber es geht auch andersherum. Folgendes Bild zeigt, wie nervig und aufdringlich Menschen sein können, die ein Café zu ihrem Arbeitsplatz erkoren haben.

via Gizmodo
So, und wie Mur zu sagen pflegt: I shoud be writing.
Ich will ja nicht schon wieder damit anfangen, aber die Strickwaren tauchen wirklich überall auf. Ich muss unbedingt mit einem Stockholmer Urban Knitter in Kontakt kommen und ihn/sie interviewen, oder gar auf einem nächtlichen Strickfeldzug begleiten.

Mehr Informationen zum Thema gibt’s hier.