Schunkelnd Schreiben

Der Plan klang doch so einfach. Café finden, schreiben und ab und zu einen Kaffee bestellen. An diesem Wochenende hatte ich sogar ein Café, bzw. einen freien Platz in einem solchen gefunden, doch richtiger Schreiberfolg stellte sich leider nicht ein. Erst regte ich mich zu sehr über den Kellner auf, der schlichtweg meine schwedischen Sprachfähigkeiten ignorierte und stattdessen in schlechtem Englisch mit mir sprach. So etwas bringt mich immer wieder auf die Palme, und ich hätte normalerweise den Laden wieder auf direktem Wege verlassen, wenn freie Plätze in Stockholmern Cafés nicht so rar wären.

Ich spülte meinen Groll mit Hilfe einer Tasse Kaffee hinunter und begann mit dem Schreiben. Dies gestaltete sich allerdings auch schwieriger als gedacht. Der wackelige Bistrotisch hatte Mühe das Gewicht meines Laptop sowie der Kaffeetasse zu tragen. Links und rechts verpassten mir meine Nachbarn in regelmäßigen Abständen Stupser mit ihren Ellebogen, dass ich zwischenzeitlich glaubte, sie wollten mich zum Schunkeln animieren.

Nach dreißig Minuten gab ich entnervt auf. Der Ausflug hatte aber auch etwas Gutes: ich sehnte mich danach in der Ruhe meiner Küche zu schreiben, vor der ich ja ursprünglich geflohen war. Ich hatte mit der Webcam meines Laptops versucht ein Foto von der Situation im Café zu machen, allerdings ist außer einem schwarzen Klumpen nicht wirklich viel zu  erkennen.

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6 Responses to “Schunkelnd Schreiben”


  • Wie hiess denn das zu meidende Café?

  • Das Café ist eigentlich ganz nett, wenn man nicht gerade konzentriert schreiben möchte und seinen Akzent besser verbergen kann als ich. Mir ist leider gerade der Name entfallen. Es liegt ziemlich am Anfang der Bondegatan (vom Skrapan kommend). Dort werden auch 2nd Hand CDs verkauft. Zu einem normalen Fika (einer Fika?) eignet es sich schon ganz gut.
    Fika: http://deutsch-schwedisches-woerterbuch.elch.nu/lexikon.php?begriff=fika

  • Na, dann spricht ja *für mich* eigentlich nichts dagegen, da mal hinzugehen ;-)
    Ich würde die fika sagen.
    Vielleicht hilft auf der Suche nach einer besseren Schreibstelle auch das hier http://www.cafekartan.se/

  • Schön das du wieder bloggst… Also entweder gibts in Stockholm zu wenig Cafés oder du bringst das nächste mal deinen eigenen Tisch mit. :-)

    Oder eröffnest, quasi als 2. Standbein, gleich ein eigenes…

  • Danke für die Cafekartan, Tilmann. Die werde ich in den nächsten Wochen mal abgrasen.

    Roland – deine Vorschläge bringen mich direkt auf weitere Ideen!!! Und diese könnten das Café-Gewerbe revolutionieren (oder mich in den Ruin treiben ;) )

  • Na, das Foto zeigt ja nicht wirklich viel von dem nach Cafés zum Schreiben suchenden, deutschen in Schweden lebenden Hobbyschriftsteller! Schade, dass du noch kein Café gefunden hast, aber dank den Tipps, die du bekommen hast, wirst du ja vielleicht doch noch fündig. Ich kann mir gar nicht vorstellen in einem vollen Café mit Musik und Geräuschkulisse im Hintergrund, konzentriert zu schreiben. Ich wäre viel zu neugierig und würde mich wahrscheinlich nach jedem Wort, dass ich aufs Papier bzw. in die Tastatur gebracht hätte, erst einmal ablenken lassen. Ich beobachte gern Menschen – vielleicht hätte ich so ein paar Ideen, aber für das eigentliche Schreiben brauch ich schon meine Ruhe und würde somit eine Küche vorziehen. Lässt du dich denn gar nicht ablenken??
    Ich wünsch dir für deine weitere Suche nach einem geeigneten Café auf jeden Fall schon mal viel Erfolg! (Und natürlich für deine neue Geschichte….)

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