Wenn man ab und zu den Fehler begeht und den Fernseher einschaltet, bedarf es im Schnitt nicht mehr als fünf Sekunden, bis man auf mindestens drei Talent-Shows stößt. Meist wird dort gesungen oder mit Kettensägen jongliert, aber die TV-Produktionsfirmen haben dieses Format noch lange nicht komplett ausgeschlachtet. Ich überlege mir schon seit längerem die Frage, ob es nicht auch irgendwann einen TV-Buch Contest im Sinne von Deutschland sucht das Superbuch geben wird.
Nachdem ich nun von der Schwedischen Buchmeisterschaft „Bok-SM“ erfahren habe, glaube ich, dass es nur noch ein kleiner Schritt bis zu einer Literatur-Talent-Show im TV. Bezüglich der Schwedischen Buchmeisterschaft frage ich mich, welche Disziplinen dort ausgetragen werden: Buchweitwurf? 800 Meter Schreiben? Verlagssuche-Marathon (meine Spezialdisziplin)?
Spaß bei Seite: Im Rahmen der Bok-SM soll das schwedische Volk das beste Buch des Jahres wählen. Seine Stimme kann man für Bücher aus zehn Kategorien abgeben (Kinder-/Jugendbuch, Roman, Fantasy, Biografie etc.). Unterstützt wird das Ganze von der Tageszeitung Aftonbladet (kommt der Bild Zeitung recht nahe) und dem Pirat Verlag.
Wer Schwedisch spricht/versteht, kann also Mitglied in der Jury der Bok-SM werden. Gibt es eigentlich etwas Vergleichbares in Deutschland? Das schwedische Wort des Tages (ich weiß, ist schon was länger her): lycka till! – Viel Glück!
Der Plan klang doch so einfach. Café finden, schreiben und ab und zu einen Kaffee bestellen. An diesem Wochenende hatte ich sogar ein Café, bzw. einen freien Platz in einem solchen gefunden, doch richtiger Schreiberfolg stellte sich leider nicht ein. Erst regte ich mich zu sehr über den Kellner auf, der schlichtweg meine schwedischen Sprachfähigkeiten ignorierte und stattdessen in schlechtem Englisch mit mir sprach. So etwas bringt mich immer wieder auf die Palme, und ich hätte normalerweise den Laden wieder auf direktem Wege verlassen, wenn freie Plätze in Stockholmern Cafés nicht so rar wären.
Ich spülte meinen Groll mit Hilfe einer Tasse Kaffee hinunter und begann mit dem Schreiben. Dies gestaltete sich allerdings auch schwieriger als gedacht. Der wackelige Bistrotisch hatte Mühe das Gewicht meines Laptop sowie der Kaffeetasse zu tragen. Links und rechts verpassten mir meine Nachbarn in regelmäßigen Abständen Stupser mit ihren Ellebogen, dass ich zwischenzeitlich glaubte, sie wollten mich zum Schunkeln animieren.
Nach dreißig Minuten gab ich entnervt auf. Der Ausflug hatte aber auch etwas Gutes: ich sehnte mich danach in der Ruhe meiner Küche zu schreiben, vor der ich ja ursprünglich geflohen war. Ich hatte mit der Webcam meines Laptops versucht ein Foto von der Situation im Café zu machen, allerdings ist außer einem schwarzen Klumpen nicht wirklich viel zu erkennen.
Heute werde ich mich erneut auf die Suche nach einem geeigneten Ort zum Schreiben machen. Doch vorher wollte ich noch einmal das Thema E-Books aufgreifen.
Ich hatte bereits vor einigen Wochen berichtet, dass einige amerikanische Verlage ihre Bücher im Apples App Store anbieten. Dies bedeutet also, dass man diese Buchtitel auf einem iPhone lesen kann.
Google geht noch einen Schritt weiter und bietet nun solche Handy-E-Bücher kostenlos an. Ursprünglich war diese Funktion für Google-Handys, wie das HTC G1 mit dem Betriebssystem Android ausgestattet sind, gedacht. Scheinbar läuft Google Books derzeit aber noch besser auf dem iPhone. Aber auch dort treten offenbar noch viele Fehler auf. Aber lange kann es nicht mehr dauern und wir werden mit unserem Handy eine kleine Taschenbibliothek mit uns führen, bestehen aus tausenden von Klassikern aus Googles Online Bibliothek “Google Book Search“.
Deutschland bekommt endlich seinen ersten, offiziellen E-Book-Reader. Sony bringt nämlich passend zur Leipziger Buchmesse das erste, offizielle E-Lesegerät auf den deutschen Markt.
Ich weiß, richtige Buchliebhaber bekommen nun sicher das Grauen, aber ich finde, man sollte das E-Book nicht zu früh verteufeln. Natürlich ist Lesen nicht nur eine optische, sondern auch eine taktile und akustische (usw.) Angelegenheit: das sanfte Papier zwischen Daumen und Zeigefinger, das Flüstern der Seiten beim Blättern…Nicht zu vergessen die Anziehungskraft der vielen, bunten Buchrücken einer gut sortierten Privatbibliothek.
So schnell wird das gute alte Buch, bestehend aus Pappe und Papier schon nicht verdrängt werden. Ein E-Buch-Reader kann aber sicherlich auch von Vorteil sein. Wenn man bedenkt, wie lange es solche Geräte schon in anderen Teilen der Welt zu kaufen gibt, scheinen Sony, Amazon und Co. ihre Zweifel zu haben, ob diese Technologie in Deutschland wirklich so gut ankommen wird. Ich bin auf jeden Fall gespannt, auf die Resonanz, die der erste E-Book-Reader in deutschen Landen erhalten wird.
Ich schreibe wieder. Endlich. Keine langweiligen Anschreiben oder nerviges Umschreiben, sondern kreatives Schreiben. Da ich aber nicht möchte, dass sich die Leser dieses Blogs angesichts meiner überschwänglichen Euphorie angewidert abwenden, gehe ich direkt zum nächsten Thema über. Musik.
Während ich Schreibe, versuche ich mit Musik eine Trennwand zwischen meine Gedanken und störenden Alltagsgeräusche zu legen. An diesem Wochenende wurde die Trennwand von ein paar jungen, schwedischen Künstlern geliefert. Besonders die Dame Lykke Li hat dabei einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ihre Musik entspricht beim ersten Hinhören nicht unbedingt meinem Geschmack, aber da sie sich nicht wirklich in eine Stilkategorie einordnen lässt, ist das eigentlich auch egal.
Besonders folgende live Version ihrer Single I’m Good, I’m Gone bringt das gut zum Ausdruck (die Albumversion ist auch empfehlenswert und das Video sehr merkwürdig).