In wenigen Minuten geht der Flug nach Deutschland ab. Während hinter mir schwedische Fußballfans grölen, wollte ich noch schnell Hallo und Tschüss sagen. Spätestens am Montag bin ich wieder zurück in Stockholm und somit auch in der Blogwelt.
So, nun werde ich mich mal auf den irischen Seelenfänger begeben.
Monthly Archive for March, 2009
Bisher bin ich immer ein Verfechter des „Ein Projekt nach dem andern“-Prinzips gewesen. Wenn ich schreibe, besonders aber auch gerade wenn ich nicht schreibe, will ich mich voll und ganz auf nur ein Projekt konzentrieren. Am Wochenende habe ich mich aber nicht an dieses Prinzip gehalten und ich muss sagen, dass ich dies sehr genossen habe. Mein Beitrag für den Kurzgeschichtenwettbewerb muss nun endlich Gestallt annehmen. Deshalb habe ich ihm das Wochenende gewidmet, Sobald aber der kreative Fluss abbrach ging ich einfach zum derzeitigen Romanprojekt über. Anfänglich war ich besorgt, die beiden Plots würden sich gegenseitig beeinflussen oder gar miteinander verschmelzen. Aber dieses Wechselspielchen verlief reibungslos, und der produktive Wochenend-Output war zu meiner Überraschung überdurchschnittlich groß.
Nach stundenlangem Schreiben hatte ich dann auch gar nicht mitbekommen, dass es schon wieder geschneit hatte. Das merkte ich erst, als ich bibbernd in meiner neuen Frühlingsjacke auf der Straße stand. Nächstes Wochenende geht es übrigens endlich mal wieder nach Deutschland. Dort werde ich wohl nicht so viel zum Schreiben kommen, dafür habe ich aber gehört, dass man dort dem Frühling schon etwas näher ist.
Heute wollen wir mal ein wenig off-topic sein, Bücher, Schreiben und Verlage links liegen lassen und stattdessen übers Wetter reden. Seit einigen Tagen habe ich bereits das Gefühl, dass sich der Frühling auch ein klein wenig in Schweden bemerkbar macht. Die Temperatur pendelt sich allmählich etwas über Null Grad ein, hier und da sind ein paar Sonnenstrahlen zu sehen und es hat schon seit Tagen nicht mehr geschneit.
Ha! Warum liegt dann plötzlich ums Stockholmer Schloss herum eine perfekte Schneedecke, während im Rest der Stadt höchstens ein paar Schneematch-Pfützen zu finden sind? Woher der Schnee kommt ist leicht auszumachen: Mehrere Bagger schaffen ihn heran und verteilen ihn um das Schloss herum.
Doch warum? Wollen die Stockholmer den Frühling in die Knie zwingen? Ganz so schlimm ist es nicht. Morgen findet zum sechsten Mal ein Ski-Langlauf Weltcuprennen statt, ein Sprint Weltcup um genau zu sein. Wie schon so oft zuvor bleibt just zu diesem Zeitpunkt der Schnee aus, und die Sprintstrecke muss künstlich angelegt werden.
Wie man sieht, habe ich auf dem Weg zur Arbeit ein paar Fotos mit meinem Handy gemacht, die nicht so berauschend sind. Vielleicht gelingen mir morgen ein paar bessere Schnappschüsse vom Rennen.
Auf den Eintrag bezüglich meiner ersten Verlagsabsage haben sich eine Reihe Leser bei mir gemeldet. Ich war überrascht zu sehen, dass sich so viele von Euch auch auf dem steinigen Weg der Verlagssuche befinden oder befunden haben. Aber zum Glück ist geteiltes Leid halbes Leid.
Das macht noch optimistischer. Vor allem Tinas Aussage, dass „wer nicht mindestens 100 Absagen bekommen hat, hat es gar nicht erst versucht“ find ich irgendwie sehr ermutigend. Immer her damit!!!;)
Auch ihr Hinweis auf den Blog Literary Rejections hatte diesen Effekt. Auf besagtem Blog veröffentlicht ein Autor all seine Absagen. Irgendwie tragisch, aber auch lustig!
Und noch schnell ein Blick in die Zukunft: Upload hat die Themenwoche Buch 2.0 ausgerufen. Vorbeischauen lohnt sich.
Vergangene Woche kam ich in den Genuss eines Workshops zum Thema Zeitmanagement, in dem demonstriert wurde, wie man seinen Arbeitstag effektiv gestalten kann. Die einzige Erkenntnis, die ich aus diesem Seminar habe gewinnen können war, dass ich einfach zu wenig Zeit habe: weder auf der Arbeit noch in meinem Schattendasein als Schriftsteller.
Besonders letzteres schmerzt. Im Moment komme ich einfach zu spät von der Arbeit nach Hause, um abends noch effektiv schreiben zu können. Bleiben also nur noch die Wochenenden. An diesen nehme ich mir oft zu viel vor und die Enttäuschung ist groß, wenn ich nicht genügend zu Papier bringe. Aber an guten Tagen, wie dem gestrigen, kann ich es tatsächlich schaffen ein ganzes Kapitel zu schreiben. Zu dem habe ich mit der Struktur der Kurzgeschichte begonnen. Alles in allem also ein gelungenes Wochenende.
Dennoch stelle ich mir manchmal die Frage, wie es wäre, wenn ich meine ganze Energie auf das Schreiben richten könnte, ganz ungestört von einem festen Job. Würde ich langsamer und bedachter schreiben? Könnte ich gar die Lust am Schreiben verlieren, weil es plötzlich mein Beruf und nicht mehr mein Hobby ist? Ich kann es kaum erwarten, irgendwann die Antworten auf diese Fragen zu bekommen.
Endlich ist die erste (richtige) Absage eingetroffen (jene, die nach nur drei Tagen eingetroffen war, zählte ja nicht). Es mag vielleicht komisch klingen wenn sich jemand über eine Absage freut, aber dies ist einfach zu erklären. Ich hatte nämlich inkorrekte Portoinformationen eingeholt und war schon in Sorge, dass nicht alle Manuskripte die Verlage in Deutschland erreicht hätten. Dem scheint zum Glück nicht so.
Außerdem fand ich es erfreulich, dass diese Absage mit etwas mehr Mühe gestaltet wurde: Mein Name, Titel des Buches etc. waren allesamt vermerkt. Natürlich ist zu erkennen, dass es sich hierbei um ein Standardschreiben handelt, aber wenigstens enthält es einen ehrlichen Grund für meine Ablehnung: der Verlag veröffentlicht in der Regel nur Bücher von etablierten Autoren.
Mit dieser Begründung kann ich leben, klingt sie doch wesentlich besser als „ihr Buch stinkt!“.
Ich hatte ja angekündigt, mich auf die Suche nach einem Agenten zu begeben, und einige meiner Leser hatten geäußert, dass ich dies schon längst hätte tun sollen. Aber ich warte mal ab und arbeite lieber an der Geburt des nächsten Buches sowie an der Kurzgeschichte für den BookRix-Contest.
Außerdem habe ich neben der Agentensuche noch ein paar andere Ideen, wie Buch Nr1 an den Mann gebracht werden könnte.
Bei BookRix geht bald der Schreibwettbewerb “Großstadtlegenden” vom Stapel. Hätte nicht schlecht Lust dort daran teilzunehmen.
Worum es geht:
Schreibe Deine Geschichte, Deine Sicht und trage Deinen Teil zum Thema “Großstadt” bei. Schreibe eine Kurzgeschichte mit maximal 25 Seiten, gestalte ein passendes Cover dazu, lade deine Geschichte zwischen dem 09.03. und 03.05.’09 auf BookRix hoch und nutze die Chance von der BookRix-Community unter die ersten 25 gewählt und dann von einer unabhängigen Jury bewertet zu werden. Die drei besten Autoren erhalten Geldgewinne, die zehn besten Texte werden in einem Sammelband veröffentlicht. Zudem wird das beste Buchdesign mit einem Sonderpreis honoriert. Auch das Lesen lohnt sich: Unter allen Lesern, die mindestens eine Wettbewerbsbewertung abgeben, werden zehn Amazon-Gutscheine im Wert von je 100,- €
verlost.
Die liebe Arbeit hält einen wieder auf Trab. Blog, Roman und Bücherkauf kommen viel zu kurz. Immerhin habe ich es zum Bokrea wenigstens in eine Buchhandlung geschafft – es stehen aber noch einige andere auf meiner Liste (danke für den Tipp Tilmann) – wo ich mir die obligatorischen blauen Flecken abgeholt habe. An den „Wühltischen ist sich, auch wenn es sich nur um Bücher handelt, jeder selbst der nächste und man scheut sich nicht von seinen Ellebogen Gebrauch zu machen. Davon ist allerdings auf dem Foto leider nicht viel zu erkennen.
Was für ein Wochenende. Dem äußerst produktivem Samstag folgte ein äußerst unproduktiver Sonntag, verursacht durch eine Cocktailparty am Abend zuvor. Geschrieben wurde am Sonntag also nicht, dafür hatte ich aber genügend Zeit das Netz zu durchforsten. Dabei bin ich auf folgendes gestoßen.
- Nicole Rensmann geht einem schrecklichen Mythos nach: „Erfolgloser Debütroman = Karriereende?“
- Christian Ulmen übt sich im Schweigen (und schreibt darüber. Äußerst intressantes Experiment)
- Der Podcast Writing Excuses bietet allerlei Tipps für angehende Schriftsteller, vom Schreiben selbst bis hin zur Vermarktung des eigenen Buches (um ein frühes Karriereende zu vermeiden
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