Geteilte Absage ist halbe Absage

Auf den Eintrag bezüglich meiner ersten Verlagsabsage haben sich eine Reihe Leser bei mir gemeldet. Ich war überrascht zu sehen, dass sich so viele von Euch auch auf dem steinigen Weg der Verlagssuche befinden oder befunden haben. Aber zum Glück ist geteiltes Leid halbes Leid.

Das macht noch optimistischer. Vor allem Tinas Aussage, dass „wer nicht mindestens 100 Absagen bekommen hat, hat es gar nicht erst versucht“ find ich irgendwie sehr ermutigend. Immer her damit!!!;)

Auch ihr Hinweis auf den Blog Literary Rejections hatte diesen Effekt. Auf besagtem Blog veröffentlicht ein Autor all seine Absagen. Irgendwie tragisch, aber auch lustig!

Und noch schnell ein Blick in die Zukunft: Upload hat die Themenwoche Buch 2.0 ausgerufen. Vorbeischauen lohnt sich.

Share and Enjoy: These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Digg
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Google Bookmarks
  • Technorati
  • StumbleUpon
  • Facebook
  • TwitThis

3 Responses to “Geteilte Absage ist halbe Absage”


  • Ich glaube, das mit der Verlagssuche wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Ich weiß, das ist jetzt nicht sehr optimistisch, aber das spiegelt meine Erfahrung wieder.

    Als ich 2000 meinen ersten Roman an verschiedenste Verlage (eigentlich an alle bekannten deutschen Publikumsverlage) verschickte, bekam ich bis auf eine Ausnahme von allen eine Antwort. Hier und da hat es länger gedauert, aber es gab wenigstens eine Reaktion.

    Letztes Jahr habe ich für einen weiteren Roman Verlage angeschrieben und bin regelrecht erschüttert, wie wenig Verlage sich mittlerweile dazu herablassen, überhaupt noch zu antworten. Ich finde ja, in Zeiten des E-Mail-Verkehrs sollte zumindest eine Absage auf diesem Weg möglich sein. Meine Erfahrung zeigt aber auch, dass all das nicht verwunderlich ist: Seit das Internet ins Leben gerufen wurde, haben immer mehr Menschen einen Computer. Immer mehr Leute schreiben, immer mehr Leute fühlen sich zum Autoren berufen und reichen ihre Manuskripte meist unangefragt bei Verlagen ein. Da wundert’s nicht, dass die Reaktionen immer spärlicher ausfallen.

    Mittlerweile habe ich mein erstes Buch bei dem Dienstleistungsverlag Bod.de in Eigeninitiative herausgebracht, u.a. deswegen, weil meine Zeit hier auf Erden begrenzt ist und ich noch einiges an Romanen und Geschichten im Kopf habe, die ich zu Papier gebracht sehen möchte. Ich weiß, das ist nicht das Goldene vom Ei, aber ich habe für mich entschieden, dass dies mein Weg ist. Hier kann ich selbst die Kontrolle über den Titel, das Buchcover und diverse Details in den Händen behalten, statt meine Seele an einen Produktmanager aus dem Verlagshaus zu verkaufen. Eine Verlagssuche inklusive Literaturagentsuche hat mich bei meinem letzten Buch 1 1/2 Jahre gekostet, mit dem Ergebnis, dass ich letztendlich einen Agenten hatte und es dann ein weiteres halbes Jahr dauerte, bis mir klar wurde, dass er mich nicht vermitteln konnte. So weit zum Thema Literaturagent. Ich dachte tatsächlich, damit wäre die Sache geritzt, aber weit her – ein Agent ist lediglich eine Bestätigung für das eigene Ego, aber keinerlei Versicherung auf einen Vertrag mit einem Verlag.

    Ich glaube, das Publizieren wird überschätzt. Viel wichtiger ist mir persönlich das Schreiben. Meinem Manuskript die Ecken und Enden abfeilen, damit es letztendlich austauschbar und trendy ist und irgendeinem Markttrend hinterher läuft – das möchte ich nicht mehr. Ich erfreue mich lieber an meinen Geschichten und publiziere sie selbst. Aber dennoch: Respekt all jenen, die es weiterhin versuchen! Weiter so! Und nicht unterkriegen lassen!

  • Hallo Kirsten,

    Vielen dank für den ausführlichen Einblick in deine Erfahrung als Schriftstellerin. Ich beglückwünsche dich auch dazu, einen Agenten gefunden zu haben, auch wenn du dies lediglich als „Bestätigung des Egos“ bezeichnet hast. Die Agentensuche steht der Verlagssuche in punkto niedriger Erfolgsquote in nichts nach. Von daher werten ich dies schon als Erflog.

    Natürlich stimme ich dir zu, dass das Schreiben weit über dem Publizieren einzuordnen ist. Oft liest man den Tipp „Sondiere den Markt bevor du mit dem Schreiben beginnst“. Als Ghostwriter sollte man dies tun, aber nicht, wenn man etwas Eigenes schaffen möchte.

    Auf deinem Blog habe ich gelesen, dass du arbeitsmäßig kürzer getreten bist, um mehr Zeit fürs Schreiben zu haben. Ist dir dieser Schritt schwer gefallen, oder eher nicht?

    Liebe Grüße,
    Martin

  • Hallo Martin,

    danke für deinen Beitrag!

    Das mit dem Literaturagenten war eine schöne Erfahrung, die ich nur jedem empfehlen kann. Das Problem ist hier ein bisschen wie bei den Heilpraktikern, wenn ich diesen unpassenden Vergleich wagen darf: Jeder, der lesen kann, darf sich Literaturagent nennen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass es auf diesem Markt eine erschreckend hohe Anzahl schwarzer Schafe gibt.

    Von Ein-Mann-Agenturen (an denen im Prinzip nichts schlechtes ist, wenn denn auch wirklich ausreichend Kontakte in die Branche vorhanden sind) bis zu Leuten, die für die bloße Sichtung deines Manuskripts Geld wollen oder nach Sichtung mit dem noblen Vorschlag eines Schreibkurses ankommen, den sie, ach, welch Zufall, gleich selber leiten und abrechnen, ist mir leider alles untergekommen. Ich fand die Agentensuche ähnlich ermüdend wie die Verlagssuche. Erst musst du den Agenten überzeugen, der versucht dann einen Lektor beim Verlag zu überzeugen, hast du dann eventuell einen Buchvertrag in der Tasche, geht die Arbeit meist erst richtig los, indem du dein Manuskript den Wünschen des Verlags entsprechend umschreiben bzw. ändern musst. Das ist sicherlich bei vielen Manuskripten auch angebracht, ohne Frage fehlt jedem von uns sicherlich die nötige Distanz, unsere Arbeiten objektiv zu betrachten und hier und da zurecht zu feilen, aber ich habe mich irgendwann schon gefragt, wofür das alles, wenn es später nicht mehr mein Roman ist, den ich einst im Kopf hatte. Das Publikzieren ist eine schöne Sache, aber das Ganze hat zwei Seiten, wie ich finde. Ich habe dem Agenten nach einem Jahr gekündigt, weil ich nicht mehr das Gefühl hatte, dass mir die Sache etwas bringt. So etwas halten viele sicherlich für dumm – “Wie kannst du nur!”, wurde mir oft gesagt -, aber wie schon erwähnt, mehrere Jahre an ein- und demselben Manuskript herumfeilen – nun, für mich ist das nichts.

    Ja, ich bin arbeitsmäßiger kürzer getreten (steht übrigens nicht auf meinem Blog, so etwas habe ich leider nicht, auch wenn ich das gerne hätte, aber die Zeit lässt es nicht zu. Das hast du sicherlich auf meiner Webseite gelesen), weil mein damaliger Bürojob absolut uninspirierend war und ich mich fragte, ob ich das wirklich für den Rest meines Lebens machen will. Manchmal muss man einfach die richtigen Fragen stellen und bekommt von ganz alleine die richtigen Antworten. Meine Antwort lautete jedenfalls ein entsetztes Nein! Das Ganze war ein richtiger Augenöffner für mich. Ich habe dann kurzerhand eine Dreiviertel-Stelle im Einzelhandel angenommen, und bin seitdem wirklich glücklich darüber, dass ich den Schritt gewagt habe. Bis heute habe ich das nicht bereut. Es ist etwas weniger Geld da, aber Freizeit ist mit Geld eh nicht aufzuwiegen und dafür gehört mir jeden Tag ab 13 Uhr der Tag und mein Manuskript erwartet mich. Manchmal sind es nur kleine Dinge, die man ändern muss, um sein Leben wertvoller zu gestalten. Ich wünschte mir, mehr Menschen würden etwas ändern in ihrem Leben, wenn sie unglücklich sind. So vielen Menschen fehlt leider der Mut, dabei haben wir doch nur dieses eine Leben, nehme ich jedenfalls an … ;o)

Leave a Reply