Ich muss überraschend und kurzfristig eine Geschäftsreise antreten. Das bedeutet, wohl noch weniger Schreiben und Bloggen als in den vergangenen Wochen, aber ich versuche die Zeit im Flugzeug produktiv zu nutzen, und falls ich unterwegs einen Internetzugang erhaschen sollte, werde ich mich mal melden.
Es geht übrigens nach Israel. Das Wochenende in Stockholm war zwar recht sonnig, aber dort sollte mich wohl ein kleiner Vorgeschmack auf den Sommer erwarten ☺
Mit rund zwei Wochen Verspätung habe ich endlich die Zeit gefunden mir das Nachstudio zum Thema ”Bestseller-Boom – Wie schreibe ich einen Roman” dank der ZDF Mediathek anzuschauen. Der Titel war vielversprechend. Mit Julia Franck (Die Mittagsfrau) war auch tatsächlich eine Schriftstellerin in der Gesprächsrunde anwesend, die einen Bestseller aufzuweisen hat. Allerdings frage ich mich noch immer, was die Produzenten und Redakteure dazu veranlasst hat einen Bestseller-Boom auszurufen?
Egal, zurück zur Sendung. Über die versprochenen Entstehung eines Buches erfuhr man leider nur wenig. Wer sich noch nie am Schreiben versucht hat konnte lernen, dass das Verfassen eines Buches harte und zeitintensive Arbeit ist und dass den meisten Geschichten eine packende Idee zugrunde liegt.
Der Verlauf einer Buchgeburt (sorry, kann mir das nicht verkneifen
), mit Recherche, Höhen und Tiefen, Verlagssuche, Ablehnung, Zusage kam so gut wie gar nicht vor. Das Interessanteste war wohl ein flüchtiger Einblick in die Arbeit mit einem Lektor, der aber viel zu kurz geraten war. Eine ausführlichere Schilderung des Entstehungsprozesses dürfte man sich von einer Dokumentation des ebenfalls anwesenden Autors John von Düffel erhoffen. Dieser hatte sich nämlich von einem Kamerateam während der Arbeit an seinem Roman Houwelandt begleiten lassen.
Was habe ich noch von dieser Diskussionsrunde lernen können:
- Ein Dramatiker lebt für gewöhnlich kürzer als ein Romancier
- Exzessives Saufen bringt den Schriftsteller, entgegen aller gängigen Mythen, nicht weit
- Laut Hanns-Josef Ortheil, Dozent für Kreatives Schreiben, bedarf es keiner weiteren literarischen Schilderungen von Sexszenen, da dies bereits von einem Schriftsteller, dessen Name mir nun leider entfallen ist, in unnachahmlicher Weise erledigt wurde.
Na, wenn das mal nicht ein gutes Argument ist. Da bleiben ja nicht mehr so viele Dinge übrig, an deren Schilderung man sich heutzutage als Schriftsteller noch heranwagen kann. Spam vielleicht? Oder ein Tennisarm?
Zur Sendung geht es hier.
Zurück von einem sehr schönen Kurzurlaub in Deutschland, der mir so sehr gefallen hat, dass ich bei meiner Ankunft in Schweden direkt den nächsten Flug zurück in die Heimat gebucht habe. Anfang Mai geht es bereits wieder zurück. Die Tatsache, dass die Milch in Schweden nun schwarz ist (siehe Bild), hat damit nur am Rande zu tun.

Ich habe mich natürlich vergewissert, dass der Inhalt nach wie vor weiß ist. Schwarze Milch würde mir auch nur schwer die Kehle runter gehen. Die schwarze Verpackung war auch nur eine kurzzeitige Werbeaktion im Zusammenhang mit dem Earth Hour, an dem man dazu aufgerufen wurde, die Lichter für eine Stunde auszuschalten.
Wer übrigens einen Buchtitel benötigen sollte, darf gerne „Schwarze Milch“ verwenden. Ich würde mir zumindest mal den Klappentext durchlesen
.