Suchen oder Schreiben, das ist hier die Frage.

Mir ist eben aufgefallen, dass ich schon seit Längerem keine Verlagsabsage mehr erhalten habe. Das könnte bedeuten, dass mein Manuskript nun offiziell von allen Verlagen, die ich angeschrieben habe, abgelehnt wurde, obwohl nach meiner Rechnung noch ein paar fehlen. Aber nach einem halben Jahr werden die sich sicherlich auch nicht mehr melden.

Die Überarbeitung des Manuskripts und des Exposés, sowie der ganze andere Kram, der bei der Verlagssuche zu beachten war, hatte mich so gestresst, dass ich das Kapitel so ziemlich abgeschlossen hatte.  Statt weitere Verlage anzuschreiben und einen Agenten zu suchen, habe mich in das neue Buchprojekt sowie in zwei Kurzgeschichtenwettbewerbe geflüchtet. Das neue Projekt hat nun in letzter Zeit auch nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient hat, aber ich freue mich schon sehr darauf, wieder zu ihm zurückzukehren.

Bevor ich dies tue stellt sich allerdings die Frage, ob ich nicht vielleicht doch noch einen zweiten Anlauf in punkto Verlagssuche starten sollte? Immerhin hatte ich beim ersten Anlauf nur die „Großen“ angeschrieben und wollte danach eigentlich die kleineren Verlage anschreiben. Außerdem stand auch noch die Suche nach einem Literaturagenten auf der Checkliste.

Ich werde mich jetzt bis zum Ende des Monats auf die „15 Minuten“-Kurzgeschichte konzentrieren und danach werde ich entscheiden, worauf ich meine Aufmerksamkeit richten werde: das fertige oder das noch ziemlich junge Buchprojekt?!?

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8 Responses to “Suchen oder Schreiben, das ist hier die Frage.”


  • Naja, wenn du die Großen, die in Frage kommen, allesamt schon angeschrieben hast, dann ist es ziemlich vergebene Liebesmüh, eine Agentur zu finden, da Agenturen immer auch wissen wollen, ob und wo das Manuskript bereits vorgestellt wurde, und wenn es bereits breit vorgestellt wurde, gehen sie davon aus, es ist verbrannt. Aber aufgeben kommt ja eigentlich auch nicht in Frage, daher: ran an den Speck bzw. die Mittelverlage. (ich weiß ja nicht, welches Genre das jetzt ist, aber z.B. bei Krimis gibt es viele profilierte und engagierte Mittelverlage) Und beim nächsten Projekt am besten erst nach Agentur suchen, und wenn die nicht wollen, auf eigene Faust die Großverlage anschreiben.

    Ach ja, Thema sechs Monate: das muss nix heißen. Ich hab auch schon mal über ein Jahr gewartet. Und ich habe auch schon mal fünf Monate beim eigenen Verlag drauf gewartet, ob sie ein Folgeprojekt wollen. Du siehst – warten gehört zum Geschäft.

    LG, Jules

  • Danke Jules, deine Tipps sind Gold wert!!! :) Dann werde ich mich mal für das neue Projekt bezüglich der Agentensuche schlau machen.

  • Hi. Das mit der Jahresfrist scheint in der Tat immer üblicher zu werden. Ich hörte von diesem Zeitraum nun schon aus den
    unterschiedlichsten Ecken. Selbst wenn nach einem Jahr nur ein liebloses Formschreiben zurückkommt …

    gruß
    olli

  • Hi Olli, dann werde ich mich wohl tatsächlich noch einige Monate gedulden müssen, bis ich alle Formschreiben beisammen habe :)
    Gruß nach Berlin,
    M

  • Letztlich geht’s darum: die Verlage sind chronisch überlastet. Die Lektorate sind nicht gerade üppig besetzt. (wer Zahlen wissen möchte, gerne per Mail) Und unverlangt eingesandte Manuskripte sind zwar für jeden Lektor spannend, weil es immer mal wieder einen Schatz zu bergen gibt, aber sie sind gerade in den Stoßzeiten das, was man eher nachrangig behandelt. Stoßzeiten sind: Buchmesse (plus Vorbereitung und Nachlese), Vertreterkonferenzen (große und kleine), Vorschaukonferenzen (große und kleine), dann müssen laufend Romane lektoriert werden, in Satz gegeben, Druckfahnen an Autoren, Covergestaltung mit der Grafikabteilung abgesprochen werden … Die Liste geht endlos weiter. Alle Lektoren, die ich bisher kennengelernt habe, lieben ihren Beruf, machen ihn sehr engagiert und bringen den vollen Einsatz. Es ist kein Job, bei dem man um 5 einen aufgeräumten Schreibtisch hinterlässt und nach Hause geht. Eine Lektorin hat mir erzählt, sie nimmt sich regelmäßig die Unverlangten mit nach Hause.

    Also nicht immer auf die Lektorate schimpfen :-( – sondern wirklich über die Agenturen gehen. Da geht’s oft schneller, gezielter und man hat eine wichtige Qualitätshürde bereits genommen ;-) Außerdem werden Manuskripte von Agenturen meist bevorzugt behandelt.

    LG, Jules

  • Gut Güte nein, über die Lektoren wurde ja gar nicht geschimpft. Dies ist eine Lektorenfreundliche Zone :)

    @ Jules – Ich ärger mich im Moment ein wenig, dass ich nicht den Weg über die Agenturen gewählt habe, aber was soll’s. Beim nächsten Mal bin ich schlauer und mache es wie von dir beschrieben.
    LG
    Mart

  • Das Schöne ist ja – wenn du jetzt den Weg über die Agentur gehst und berühmt und erfolgreich wirst, kannst du später das Frühwerk noch mal aus der Schublade ziehen, den Staub runterpusten und es noch mal ins Rennen werfen ;-) Verloren ist nie irgendwas in dieser Bücherwelt.

  • So sehe ich das auch Jules. Der Inhalt meiner Schublade ist geduldig ;) Viel Glück beim Umzug.
    LG,
    Martin

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