Monthly Archive for August, 2009

Graveyard Book von hinten

Zum Schreiben bin ich im Urlaub noch nicht so richtig gekommen, aber wenigstens hat es mit dem Lesen bisher wunderbar geklappt. Eben habe ich die letzten Seiten von Neil Gaimans „Graveyard Book“ in der prallen Sonne gelesen. Wie all die anderen Werke Gaimans, sei es Comics, Romane oder was er sonst noch so macht, äußerst kreativ und phantasievoll, aber auch nicht sein bestes.

Die sehr niedliche Entstehungsgeschichte des Buches beschreibt passend worum es in diesem geht: Vor zwei Jahrzehnten beobachtete der junge Gaiman wie sein Sohn zwischen den Grabsteinen des benachbarten Friedhofs herumtollte und plötzlich war eine Buchidee geboren. Er fühlte sich bei dem Anblick an Das Dschungelbuch erinnert, befand dass es interessant sein könnte den Dschungel mit einem Friedhof und die Dschungelbewohner mit Geistern auszutauschen.

Neben dieser Anekdote gibt Gaiman im Nachwort auch einen Einblick in den Schreibprozess, was ich als Buchhebamme immer wieder sehr spannend finde. Der gute Neil hat nämlich mit dem dritten Kapitel begonnen. Ob dieses Kapitel ursprünglich als Anfang gedacht war verrät er nicht. Persönlich schreibe ich aber eher linear, ohne Sprünge nach vorne oder hinten im Text.

Ich merke gerade, dass ich eine Nische in der Literaturrezension gefunden habe. Statt das eigentliche Buch zu besprechen, rezensiere ich das Nachwort.

Die Leiden eines Möbelstücks

Endlich habe ich Wordpress wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Zumindest kann ich wieder Bilder hochladen. Derzeit bin ich zwar auf Heimaturlaub, aber statt Urlaubsfotos habe ich bisher nur Umzugsimpressionen zu bieten. Ein Regal, das all seiner Bücher beraubt wurde.
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Während des Umzugs wurde mir bewusst, wie hilflos solch ein Regal doch ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Möbeln einer Durchschnittswohnung ist es darauf angewiesen, mit Sinn versehen zu werden. Ein Stuhl kann unbemannt im Wohnzimmer stehen, ohne großartig aufzufallen. Schränke und Kommoden können hinter Türen und Schubladen verbergen, ob und wie sie genutzt werden. Doch ein Bücherregal ist völlig schutzlos. Das arme Ding.

Schlechte Bücher

Der Sternenwanderer hat eine sehr interessante Diskussion ins Rollen gebracht: Was macht ein schlechtes Buch aus?

Das kann natürlich nur subjektiv betrachtet werden. Schaut man beispielsweise auf  die Liste “The worst books of all time” bei Goodreads, stehen beispielsweise ein Schwung Erfolgsautoren wie Stephenie Meyer und Dan Brown ganz oben. Würde ich an dieser Stelle etwas schlechtes über diese Autoren schreiben, wären mir wahrscheinlich einige erzürnte Kommentare sicher ;)

Interessant an diese Liste ist, dass dort hauptsächlich Bestseller zu finden sind. Bedeutet dies, dass die breite Masse einen schlechten Geschmack hat? Diese Frage lasse ich mal offen.

Mein Prinzip ist “jedem das Seine”, und solange die Leute Bücher in die Hand nehmen, sollen sie lesen was sie wollen und ich werde ihnen nicht in die Parade fahren. Doch nun zur Beantwortung der eigentlichen Frage. Was macht für mich ein schlechtes Buch aus. Spontan fallen mir folgende Faktoren ein:

  • Vorhersehbarkeit
  • Verkrampfte Dialoge
  • Ideenklau
  • Der Versuch vom Erfolg anderer Autoren und populärer Themen zu profitieren
  • Guter Anfang – enttäuschendes Ende(über einen schlechten Anfang kann ich hinwegsehen, wenn der Rest dann später an Qualität gewinnt)
  • Der Versuch das Buch mit aufgesetzten Wortschwall und verschnörkelten Satzkonstruktionen aufzuwerten (Obwohl ich nichts gegen Wortschwall und verschnörkelte Satzkonstruktionen habe, wenn der Autor diese auch überzeugend einbinden kann)
  • Promi-Romane (sorry, die kann ich mir echt nicht geben, auch wenn sie tatsächlich gut sein sollten)
  • Und zu guter Letzt: Mangelnde Chemie. Manchmal springt der Funke einfach nicht über, auch wenn man nicht richtig weiß warum.

Interessant ist die Einteilung dieser Liste über schlechte Bücher. Hier wurde unter anderem zwischen “bösen” (siehe u.a. Mein Kampf), “prätentiösen” und “überschätzten” Büchern unterschieden.

Zu diesem Thema sollte man sich eigentlich auch fragen, was ein gutes Buch ausmacht. Aber das hebe ich mir für später auf.

Zwischen den Seiten

Bücher bergen viele Erinnerungen und zwar nicht nur auf, sondern auch zwischen den Seiten. Wenn ich manchmal ein altes Buch aus dem Regal nehme und ein wenig in ihm blättere, finde ich oft alte Lesezeichen, die ich darin vergessen habe. Meist handelt es sich dabei um alte U-Bahntickets, Postkarten, Einkaufszettel, Konzertkarten, die aus der Zeit stammen zu der ich das Buch gelesen habe. Ich bin auf den Blog Forgotten Bookmarks gestossen, der genau solche zweckfremden, zu Lesezeichen mutierten Objekte sammelt. Dort sind wirklich wunderschöne, alte , manchmal auch obskure, Lesezeichen zu Bewundern, die von einem Händler für gebrauchte Bücher zusammengetragen wurden.

(Ich hätte gerne ein Beispiel gepostet, aber im Moment kann ich keine Bilder hochladen. Wieso, weshalb, warum weiss ich leider nicht, aber ich arbeite daran)