Der Sternenwanderer hat eine sehr interessante Diskussion ins Rollen gebracht: Was macht ein schlechtes Buch aus?
Das kann natürlich nur subjektiv betrachtet werden. Schaut man beispielsweise auf die Liste “The worst books of all time” bei Goodreads, stehen beispielsweise ein Schwung Erfolgsautoren wie Stephenie Meyer und Dan Brown ganz oben. Würde ich an dieser Stelle etwas schlechtes über diese Autoren schreiben, wären mir wahrscheinlich einige erzürnte Kommentare sicher
Interessant an diese Liste ist, dass dort hauptsächlich Bestseller zu finden sind. Bedeutet dies, dass die breite Masse einen schlechten Geschmack hat? Diese Frage lasse ich mal offen.
Mein Prinzip ist “jedem das Seine”, und solange die Leute Bücher in die Hand nehmen, sollen sie lesen was sie wollen und ich werde ihnen nicht in die Parade fahren. Doch nun zur Beantwortung der eigentlichen Frage. Was macht für mich ein schlechtes Buch aus. Spontan fallen mir folgende Faktoren ein:
- Vorhersehbarkeit
- Verkrampfte Dialoge
- Ideenklau
- Der Versuch vom Erfolg anderer Autoren und populärer Themen zu profitieren
- Guter Anfang – enttäuschendes Ende(über einen schlechten Anfang kann ich hinwegsehen, wenn der Rest dann später an Qualität gewinnt)
- Der Versuch das Buch mit aufgesetzten Wortschwall und verschnörkelten Satzkonstruktionen aufzuwerten (Obwohl ich nichts gegen Wortschwall und verschnörkelte Satzkonstruktionen habe, wenn der Autor diese auch überzeugend einbinden kann)
- Promi-Romane (sorry, die kann ich mir echt nicht geben, auch wenn sie tatsächlich gut sein sollten)
- Und zu guter Letzt: Mangelnde Chemie. Manchmal springt der Funke einfach nicht über, auch wenn man nicht richtig weiß warum.
Interessant ist die Einteilung dieser Liste über schlechte Bücher. Hier wurde unter anderem zwischen “bösen” (siehe u.a. Mein Kampf), “prätentiösen” und “überschätzten” Büchern unterschieden.
Zu diesem Thema sollte man sich eigentlich auch fragen, was ein gutes Buch ausmacht. Aber das hebe ich mir für später auf.












Ich glaube, das wichtigste ist tatsächlich die Chemie zwischen Buch und Leser. Es gibt Bücher, die von anderen als Trash bezeichnet werden oder die, rein objektiv gesehen, von stilistischen Fehlern wimmeln, und die es trotzdem schaffen, weniger oder mehr Leser in ihren Bann zu ziehen. Ob diese dann einen schlechten Geschmack haben, ist nebensächlich. Wichtig ist nur, daß das Buch “wirkt” und sei es auch nur bei einem Leser. Für diesen einen Leser wird dieses Buch dann garantiert kein schlechtes sein.
Liegt natürlich auch in dem Auge des Lesers. Ohne Namen zu nennen, habe ich schon gut verkaufte Bücher gelesen, die mir so vermurst vorkamen, dass ich dachte, da schreibt jemand eine Parodie auf amerikanische Mysteriethriller. Aber der Autor hat offensichtlich eine begeisterte Fangemeinde. Dass sich auf der Liste vor allem Bestseller finden, ergibt sich daraus, dass die Ersteller dieser Liste auch selbst gelesen werden wollen. Den wenigsten würde es etwas sagen, geschweige denn sie interessieren, wenn auf der Liste meine “Rote Johanna von Kaysenheim” (einfach auf den Link klicken) stehen würde.
Alexander
Hallo Ms Zucker – das mit dem “Wirken” des Buches ist interessant. Passt auch wieder ganz gut zu dem Chemie-Vergleich
Alexander – ich mir sicher, dass deine “Rote Johanna” nicht auf solchen Listen geführt wird. Viel Glück mit dem Buch!
Was ist schlecht und was nicht entscheidet jeder für sich selbst. Letztendlich hat jeder Mensch seinen eigenen Geschmack
Wenn man Spaß hat ist alles andere unwichtig.
Liebe Grüße,
Nicole
Die Definition “gutes Buch” finde ich erheblich leichter. Ein gutes Buch ist für mich ein Buch, in das ich mich versenken kann. Eine Geschichte die mich mitreißt. Wo ich am Ende da stehe und mich über den guten Abschluß freue, dass ich weglege mit den Gedanken: “wow”. Wenn das Buch mir die Worte raubt, war es sehr gut.
Was macht nun ein schlechtes Buch aus. Viele Punkte hast Du ja schon angesprochen. Besonders Vorhersehbarkeit stört mich. Mir macht es Spaß zwischen den Zeilen zu lesen und den Gang der Handlung zu erraten. Dieses Vergnügen wird mir genommen, wenn der Autor seine Hinweise zu offensichtlich gibt.
Wichtig ist auch, wie der Autor mit den Worten umgeht. Endlose Wiederholungen der gleichen Floskeln und Beschreibungen stören.
Manchmal sind es auch Kleinigkeiten, die mir ein Buch verleiden. So wirkt es in einem Historischem Roman einfach nicht, wenn zu moderne Sprache verwendet wird. Es zerstört gekonnt das Gesamtbild des Romans, da kann die Geschichte noch so gut sein.
Sehr schwerwiegend: Plotfehler. Über kleine kann ich hinwegsehen, aber wenn ich mitten im Buch nur dasitze und mir denke, wie um alles in der Welt die Figuren jetzt zu dem Schluß oder an den Ort gekommen sind (und das hinterher nicht gut erklärt wird), frage ich mich schon öfter, warum ich das Buch überhaupt lese.