Alle Schriftsteller kennen das schreckliche Reizwort, das mit „Ab“ beginnt und mit „sage“ endet. Monate, gar Jahre hat man im stillen Kämmerlein verbracht, Wort für Wort und Satz für Satz in eine Tastatur gehämmert und viel Schweiß und Blut vergossen, bis das Buch schließlich fertig war. Nicht irgendein Buch, sondern das Eigene und dazu vielleicht eines der besten Bücher überhaupt. Doch mit der Meinung ist man oft alleine, denn nach und nach trudeln die ersten Verlagsabsagen ein. Plötzlich beginnt der Traum vom Schriftstellerdasein zu bröckeln. Für viele stirbt der Traum sogar.
Ähnlich erging es Mary Patrick Kavanaugh. Auch sie hatte ein Buch geschrieben und den Traum gehegt, dass dieses eines Tages in den Bücherregalen der Welt zu finden sein würde. Doch die Verlage wollten nicht mitspielen und erteilten ihr eine Absage nach der anderen. Schließlich trat ihr Agent mit dem Rat an sie heran, das Buch selbst zu veröffentlichen. Das war der Todesstoß. Der Traum vom Buchvertrag war tot.
Was macht Mary? Sie beschließt das Buch tatsächlich selbst zu veröffentlichen und den Traum zu Grabe zu tragen. Das ist nicht bildlich gesprochen. Sie hat tatsächlich eine Beerdigung für ihren Traum mit Sarg, kirchlicher Zeremonie und allem drum und dran organisiert. Die Zeremonie wurde gefilmt, auf Youtube geladen und wuuusch der Marketingstunt beförderte Mary über Blogs und Podcast hinweg in die amerikanischen Medien und sogar bis auf Oprah Winfreys Couch.
Wenn man seinen Traum zu Grabe tragen muss, dann sollte man also versuchen das Beste aus seinem Ableben herauszuholen.












Ein Buch selbst zu veröffentlichen muss kein Todesstoß sein. Warum denn nur? Man hat das Buch doch erträumt, damit gelebt, viele Stunden mit ihm in den kuscheligen vier Wänden verbracht und lebt die Geschichte auch nach seiner Beendigung noch im Kopf weiter – warum soll das alles mit einer Absage vom Verlag enden? Fremde Leute, die dich und dein Können nicht kennen, nicht mal erahnen können und es mit einem raschen Blick auf ein paar Exposé Seiten zu beurteilen meinen – denen willst du eine Beurteilung zugestehen?
Die wahre Kunst ist doch das Schreiben. Nicht das Veröffentlichen. Das ist nur die Kirsche auf dem Tortenstück und ein Push für’s Ego. Sicher, das ist sehr nett und lässt einem die Brust anschwellen. Aber das ist nur von kurzer Dauer. Was zählt bist Du und das Schreiben. Sei stolz auf alles, was Du schaffst. Egal, was die Welt davon denkt. DU bist der Künstler. Nicht der Verlag. Nie vergessen. Gut für die Seele.
Sehr schön gesagt. Ich kann Dir nur zustimmen. Die Absagen können zwar sehr frustrierend sein, aber man muss an seinem Traum festhalten.
In Mary Patricks Fall war es wohl unumgänglich von einem “Todesstoß” zu sprechen, weil das nun eben perfekt zu ihren Marketing-Aktivitäten gepasst hat. Und letztlich ist sie ja auch ein gelungenes Beispiel dafür, dass man sein Buch auch ohne einen Verlag an die Leser bringen kann.