Archive for the 'Blogs' Category

Zwischen den Seiten

Bücher bergen viele Erinnerungen und zwar nicht nur auf, sondern auch zwischen den Seiten. Wenn ich manchmal ein altes Buch aus dem Regal nehme und ein wenig in ihm blättere, finde ich oft alte Lesezeichen, die ich darin vergessen habe. Meist handelt es sich dabei um alte U-Bahntickets, Postkarten, Einkaufszettel, Konzertkarten, die aus der Zeit stammen zu der ich das Buch gelesen habe. Ich bin auf den Blog Forgotten Bookmarks gestossen, der genau solche zweckfremden, zu Lesezeichen mutierten Objekte sammelt. Dort sind wirklich wunderschöne, alte , manchmal auch obskure, Lesezeichen zu Bewundern, die von einem Händler für gebrauchte Bücher zusammengetragen wurden.

(Ich hätte gerne ein Beispiel gepostet, aber im Moment kann ich keine Bilder hochladen. Wieso, weshalb, warum weiss ich leider nicht, aber ich arbeite daran)

Der Literarische Fightclub

In der FAZ geht es derzeit heiß her. Die Kulturredaktion versucht mit aller Macht Gewalt und Aggression in der Literaturszene zu schüren. Erst gestern erschien ein Artikel mit dem Titel „Dichter hassen besser“ in dem zu einen berühmte Dichterfehden reminisziert werden und zum anderen arme Schriftstellerikonen ganz nebenbei eine verpasst bekommen: „ Emile Zola, einer der meistgehassten Dichter aller Zeiten“. Der arme Kerl.

Aber das ist noch lange nicht alles. Clemens Meyer fordert seine Schriftstellerkollegen in seinem FAZ-Blog dazu auf, die Schreibgeräte aus der Hand zu nehmen und stattdessen die Fäuste zu schwingen; ganz im Stile von Hemingway, der sich sogar nicht zu schade war, Tote herauszufordern: „ ich habe angefangen zu versuchen, tote Schriftsteller zu schlagen, von denen ich weiß, wie gut sie waren”.

Ist die FAZ etwa Wegbereiter für einen neuen Trend in der Literaturszene? Für ein wenig Aufmerksamkeit tue ich ja bekanntlich alles. Nehmen wir also mal an, die altehrwürdige Zeitung hat Recht, und bald werden Buchmessen nichts anderes als Kampfveranstaltungen sein: wären dann nicht David-gegen-Goliath-Kämpfe besonders populär? Ich alter Hobbyschriftsteller bräuchte also nur einen etablierten „Champ“ der  Literaturkampfszene herausfordern und boooom wäre ich im Geschäft. Wie wär’s Mr. Meyer? Ready to rumble ;)

Ich werde mir mal ein paar rohe Eier genehmigen und dann kann es los gehen.

Selbst eine Armee schwedischer Briefträger kann mich jetzt nicht stoppen

Irgendetwas geht immer schief. Wie kürzlich berichtet, sind die letzten Anschreiben an die Verlage rausgegangen. Tja, und zufällig habe ich dann erfahren, dass ¾ der Kuverts falsch frankiert waren, was ausnahmsweise nicht mein Fehler war, aber dafür kann ich mir leider auch nichts kaufen. Bisher ist noch keines der Anschreiben zurückgekommen. Vielleicht habe ich ja Glück, und die schwedische Post hat im Moment genug zu tun, statt ihre Zeit damit zu verschwenden armen, deutschen Nachwuchsschriftstellern das Leben zu vermiesen.

Apropos Glück und Nachwuchsschriftsteller. Das Jetzt Magazin hat Benedict Wells (Becks letzter Sommer) interviewt und diesem Herrn hat das Glück bei der Verlagssuche unter die Arme gegriffen:

Ich habe meinen Agenten auf einer Halloween-Party in Berlin kennengelernt.

Nach Weihnachten sollte ich mich auch mal um einen Agenten bemühen. Dank Wells weiß ich nun auch, dass ich es schaffen werde und dass das Buch tatsächlich eines Tages verlegt werden wird – selbst eine Armee schwedischer Briefträger könnte mich jetzt nicht mehr stoppen – denn:

Doch wenn ich es schaffe – und das meine ich jetzt nicht als Klischee -, dann kann es wirklich jeder schaffen.

Danke Benedict!
Selbst habe ich seinen Debütroman noch nicht gelesen, aber Alex hat eine Rezension geschrieben und bei La Divina kann man erfahren, ob es sich lohnt einer Wells-Lesung beizuwohnen.

Das schwedische Wort des Tages:

brevbärare – Briefträger

Hunde stehen mit ihnen auch auf Kriegsfuss

Wochenendlinks: Abgebrannte Gedichte, Verlagsabsagen und Buchrücken-Poesie

Nur noch 10 Arbeitstage und ich werde Schwedens Dunkelheit hinter mir lassen um la Familia in Deutschland zu besuchen. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mal wieder mit exzessivem Surfen:

  • Der Krimi-Blog hat einen Edgar Allan Poe Krimi-Blog Karneval zum 200. Geburtstag des Meisters des Schreckens ins Leben gerufen. Hoffentlich wird mein ein guter Beitrag zu dieser Aktion einfallen. Sag niemals Nevermore!
  • Als notorischer Pessimist rechne ich damit, dass mich im neuen Jahr die ein oder andere Absage von Buchverlagen erreichen wird. Der englische Herausgeber Bill Shapiro hat eine gute Lösung für den Umgang mit solch unbequemen Mitteilungen gefunden. Er sammelt die Verlagsabsagen und will sie 2010 in einem Buch namens „Other peoples rejection letters“ veröffentlichen. Via Eliterator
  • Jetzt zu etwas mehr Erfreulichem, nämlich zu der sehr inspirierende Buchrücken-Poesie der Freaking Muse, unter Verwendung zweier Bücher des ebenso inspirierenden Mr Gaiman. (Weitere Beispiele gibt es bei Jacky zu sehen)
  • Und noch ein Gedicht, beziehungsweise eine Gedichtssammlung. Diese nennt sich Abgebrannt und gibt es neben weiteren Geschenk beim Stylespion zu gewinnen, indem man – na, was wohl – ein Gedicht schreibt.

Wochenend-Links und mein Date mit Elke Heidenreich

Endlich wieder Wochenende, der perfekte Anlass um noch mehr Zeit im Internet zu verbringen. Und dies habe ich heute folgendermaßen getan:

Zuerst bin über der/die/das interessante Blog (ich sträube mich noch immer gegen ”das” Blog) von Autor Christoph D. Brumme gestoßen. Dort erhebt er unter anderem die Frage „was kann der Roman heute leisten?“ und kommt zu folgender schönen Feststellung:

Doch Literatur hat keine Adressaten, sondern bestenfalls Empfänger. Erstere sind bekannt, letztere erhalten Flaschenpost.

Dann fand ich auf Jetzt.de einen Artikel über den immer wieder lustigen Mr. Max Goldt, dem zu Folge „Gelächter das am einfachsten zu erzeugende Geräusch“ ist und der das Handeln des  Verfasser des Artikels, Daniel Kehlmann (DER Daniel Kehlmann? Ich denke schon.), folgendermaßen beeinflusst:

Seinetwegen achte ich streng darauf, niemals zu früh am Ort der Einladung zu erscheinen, seinetwegen denke ich gar nicht daran, mich bei Vorstellungen welcher Art immer in die erste Reihe zu setzen, und seinetwegen würde ich Mitarbeitern der Bild-Zeitung nur die Hand geben, wenn ich es gar nicht vermeiden kann. Und ich weiß, dass es vielen so geht.

Dank Störsignale weiß ich nun, dass heute Mark Twains Geburts- und Oscar Wildes Todestag ist.

Das Literaturhaus München proklamiert an diesem Wochenende „Andere Bücher braucht das Land!“ Auf dieser Veranstaltung werden „Unabhängige Verlage mit kreativen Verlegerinnen und Verlegern an ihrer Spitze, Programme mit dem gewissen Etwas, kunstvolle Bücher“ aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt.

Falls jemand an diesem Wochenende im Literaturhaus München war, würde ich mich sehr freuen, ein wenig über die Veranstaltung zu hören. (Via Literatur München)

Dann gibt es ja noch das Thema Elke Heidenreich, dass die Welt der Kultur- und Bücherblogs stark bewegt. Selbst habe ich die Dame noch nicht Bücher rezensieren sehen/hören, kann mich aber erinnern vor 10 Jahren mal neben ihr im Kino gesessen zu haben. Wir sahen den Film „23“ und ich dachte nur, dass die Dame, die ich irgendwo mal im Fernsehen gesehen hatte, ganz lustige Kommentare abgab, obwohl ich lustige Kommentare im Kino oft nicht abhaben kann. Mmm, das klingt nun, als hätte ich ein Date mit Elke Heidenreich gehabt. Wie auch immer, auf Saubereingeschenkt gibt es mehr zu ihrer neune Online Sendung.

Ihre Rezensionen der Bibel war ja schon ganz gut:

Der wohlverdiente Online Sonntag

Heute wurden noch mal ein paar (Manuskript-)Tüten geklebt, aber danach war wohlverdiente sonntägliche Ruhe angesagt. Kurz und schmerzlos kommentiert sah das so aus:

  • kurze Jogging-Runde um den See

  • längere Surf-Runde im Internet. Davon gibt es kein Foto, aber auf Uwes Blog gibt es zwei sehr lustige Videos, die die Tätigkeiten des Durchschnittssurfers hervorragend zusammenfassen.
  • Danach fand ich ein wenig Trost, auf Richard K. Breuers Blog, denn dieser schlägt sich derzeit auch mit seinem Manuskript herum. Da man Tag ein Nacht aus immer nur alleine in seiner Schreibstube  sitzt, ist es immer wieder schön zu erfahren, dass man mit seinen Problemen nicht alleine ist ;)
  • Als nächstes bin ich dann über Lilos BookBox gestolpert, an der sie derzeit noch bastelt.
  • Abschließend habe ich mir von Christoph Maasch auf Sprechbude aus Jonathan Harkers Tagebuch (Bram Stoker, Dracula) vorlesen lassen. Sprechbude ist der perfekte Begleiter bei Ausflügen durchs Internet.

„„Herr Regener“ bloggt für den Spiegel!“

Nach der FAZ zieht nun auch Spiegel Online nach und schickt einen Blogger zur Frankfurter Buchmesse. Was mich daran freut ist, dass man zu diesem Zwecke Sven Regener, jupp der Herr-Lehmann-Element-of-Crime-Sänger-Schriftsteller, angeworben hat. Heute Morgen noch habe ich sein letztes Buch „Der kleine Bruder“ zu Ende gelesen und nun darf ich dennoch weiter seinen wüsten (das ist als Lob gemeint) Gedankengängen folgen.

Natürlich bleibt da auch nicht die Mütze von Telkamp, dem diesjährigen Buchpreisgewinner unkommentiert:

“barettähnliche Sause da auf seinem Kopf”

Jetzt fehlt ja eigentlich nur noch ein Buchmesse-Blogger für die SZ. Wenn sie keinen finden sollten, kann ich das gerne übernehmen.

Die Top Ten der Schreibblog-Charts

Die Erstellung meiner Bewerbungsmappe, wenn man sie denn so nennen kann, nimmt wesentlich mehr Zeit in Anspruch, als gedacht. Ursprünglich wollte ich heute mit allem fertig werden, aber das erscheint unrealistisch. Hinzu kommt, dass eine ziemlich arbeitsreiche Woche vor mir liegt, in der Schreiben und Bloggen eine untergeordnete Rolle spielen werden. Ich werde mich aber bemühen, den Blog nicht zu vernachlässigen.  Er ist zwar noch lange nicht so professionell wie die Top Ten Writers Blogs 2008, aber er ist ja noch jung.

Besagte Liste über die zehn besten Schreibblogs wird seit 2006 erstellt. Es handelt sich hierbei natürlich um englischsprachige Blogs, was eine der Gründe dafür ist, dass Buch Geburt nicht mit von der Partie ist.

Gibt es dazu eigentlich auch ein deutsches Pendant?

Hier geht’s zur Top Ten Liste (der Blog mit dem besten Namen ist übrigens meiner Meinung nach Men With Pens).