Archive for the 'Leseprobe' Category

Selbst eine Armee schwedischer Briefträger kann mich jetzt nicht stoppen

Irgendetwas geht immer schief. Wie kürzlich berichtet, sind die letzten Anschreiben an die Verlage rausgegangen. Tja, und zufällig habe ich dann erfahren, dass ¾ der Kuverts falsch frankiert waren, was ausnahmsweise nicht mein Fehler war, aber dafür kann ich mir leider auch nichts kaufen. Bisher ist noch keines der Anschreiben zurückgekommen. Vielleicht habe ich ja Glück, und die schwedische Post hat im Moment genug zu tun, statt ihre Zeit damit zu verschwenden armen, deutschen Nachwuchsschriftstellern das Leben zu vermiesen.

Apropos Glück und Nachwuchsschriftsteller. Das Jetzt Magazin hat Benedict Wells (Becks letzter Sommer) interviewt und diesem Herrn hat das Glück bei der Verlagssuche unter die Arme gegriffen:

Ich habe meinen Agenten auf einer Halloween-Party in Berlin kennengelernt.

Nach Weihnachten sollte ich mich auch mal um einen Agenten bemühen. Dank Wells weiß ich nun auch, dass ich es schaffen werde und dass das Buch tatsächlich eines Tages verlegt werden wird – selbst eine Armee schwedischer Briefträger könnte mich jetzt nicht mehr stoppen – denn:

Doch wenn ich es schaffe – und das meine ich jetzt nicht als Klischee -, dann kann es wirklich jeder schaffen.

Danke Benedict!
Selbst habe ich seinen Debütroman noch nicht gelesen, aber Alex hat eine Rezension geschrieben und bei La Divina kann man erfahren, ob es sich lohnt einer Wells-Lesung beizuwohnen.

Das schwedische Wort des Tages:

brevbärare – Briefträger

Hunde stehen mit ihnen auch auf Kriegsfuss

Schreibexperiment Teil 2

Nach dem Ausflug in die Welt des Strickens gibt es heute Teil zwei des Schreibexperiments.

Kurz zur Erinnerung. Die Aufgabenstellung lautet wie folgt:

Schreibe zwei Kurzgeschichten à 500 Wörter; je eine Geschichte zu einem Thema das dich interessiert beziehungsweise nicht interessiert. Welcher Text geht dir besser von der Hand? Kann man zwischen den Zeilen erkennen, welches Thema dir eher am Herzen liegt?
Continue reading ‘Schreibexperiment Teil 2′

Schreibexperiment Teil 1

Für jemanden der behauptet, er möge keine Schreibübungen, beschäftige ich mich derzeit recht viel mit diesem Thema. Diese Mal bin ich einer Aufforderung Jackies, die sich ein Schreibexperiment ausgedacht hat, spontan gefolgt. Die Aufgabenstellung lautet wie folgt:

Schreibe zwei Kurzgeschichten à 500 Wörter; je eine Geschichte zu einem Thema, das dich interessiert beziehungsweise nicht interessiert. Welcher Text geht dir besser von der Hand? Kann man zwischen den Zeilen erkennen, welches Thema dir eher am Herzen liegt?

Diese Fragestellung hat mich gereizt. Heute gibt es also den ersten Text. Ob dieser ein Thema beschreibt, das mich interessiert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten: Continue reading ‘Schreibexperiment Teil 1′

Buchreifes Erwachen und erste Leseprobe

Leider habe ich dank der Grippe nichts kreatives zustande bekommen. Zumindest habe ich es geschafft, ein paar ältere Kapitel durchzulesen. Dabei habe ich eine Passage entdeckt, die ganz gut beschreibt, wie ich mich heute Morgen beim Aufwachen gefühlt habe. In dieser erwacht der Protagonist etwas unsanft, infolge eines Albtraums.  Hier also meine erste (klitzekleine) Leseprobe. Eine ausführlichere Beschreibung des Plots folgt in kürze:

Ich fühle mich so unglaublich beschissen. Als ich vor neun Sekunden erwachte, war ich erstaunt, meinen Körper steif, einer Vielzahl von Krämpfen erlegen, vorzufinden. Acht Sekunden lang war ich schlaftrunkenerweise überzeugt, die Todesstarre habe bereits eingesetzt. Nachdem sich der erste Schrecken gelegt hatte, wollte ich mich vergewissern, ob ich als Leiche eine gute Figur abgebe. Okay, in Wirklichkeit war ich gar nicht ganz so gelassen. Ehrlich gesagt war ich in ziemlicher Panik. Volle sieben Sekunden lang, die erfüllt waren von Jammern, Schluchzen und Heulen um mein frühes Ableben. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem ich mein Leben wieder lebenswert machen wollte.

Eine Sekunde darauf – die Panik war ein wenig abgeklungen – wurde mir bewusst, dass ich mich irrte und ich doch noch am Leben war, und konnte demnach eine weitere Sekunde später damit beginnen zu überlegen, was denn eigentlich vor neun Sekunden, bevor ich erwachte, passiert war.

Wir befinden uns jetzt in Sekunde zehn nach dem Erwachen und mit dem weichenden Schrecken  lösen sich  auch langsam die Krämpfe in den Muskeln. Über mir sehe ich die Unebenheiten der weiß-gelben Raufasertapete. Mittlerweile bin ich nahezu unverkrampft. Ich erinnere mich, geträumt zu haben. Aber was? Das Thema des Traums liegt mir förmlich auf der Zunge und das macht mich wahnsinnig. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich den schalen Belag auf dem eben genannten Sinnesorgan.

Ein anderer in Stockholm lebender Blogger gibt mir übrigens auf Smågodis bezüglich des Herbstanbruchs – dem Grund für meine Grippe – recht und BBC 6, mein heutiger Begleiter durch den Tag, empfiehlt die Band Ipso Facto.