Die Idee zu diesem Blog spukte eine ganze Weile in meinem Kopf herum. Während des Schreibens meines ersten Romans bin ich fast täglich auf Dinge gestoßen, mit denen ich nicht gerechnet hatte und die mir nicht selten Kopfzerbrechen bereitet haben. Und da dachte ich, dass es für andere Hobbyschriftsteller ganz interessant sein könnte, über meine Erfahrungen zu lesen und vielleicht sogar etwas daraus zu lernen.
Es sollte kein Geheimnis sein, dass Schreiben ein ziemlich langwieriger Prozess ist. Diesen wollte ich in diesem Blog gerne komplett dokumentieren, aber leider – oder zum Glück – ist mein derzeitiges Projekt schon auf einige Kapitel angewachsen. (Zum Inhalt besagten Projektes erzähle ich später mehr).
Dennoch möchte ich auf das Thema „Anfang“ zu sprechen kommen. Meine ersten Geschichten entstanden allesamt komplett ungeplant. Oft habe ich einfach drauf los geschrieben, hatte eine zündende Idee, die ich zu Papier gebracht habe oder einfach nur ein erster Satz, der plötzlich einen Schwall weiterer Sätze mit sich gebracht hatte und schnell die Form einer Geschichte annahm. Wenn man den Stift dann das erste Mal beiseite legt, ist man nicht selten stolz über das Resultat kreativer Eingebung. Das ganze sieht allerdings anders aus, wenn man den Stift wieder in die Hand nimmt und die Eingebung plötzlich spurlos verschwunden ist. Oft sterben gute Anfänge schon nach den ersten Seiten.
Um eine literarische Totgeburt zu vermeiden, empfiehlt es sich klein anzufangen und sich geniale Satzstrukturen und Formulierungen für später aufzuheben. Stattdessen sollte man sich Gedanken über die Idee, das Thema der Geschichte machen: ist die Idee wirklich gut? Wie soll die Geschichte enden? Muss ich erst einmal Recherchen betreiben bzw. weiß ich alles, was ich wissen muss, um die Story zu schreiben? Etc. etc.
Die Klärung dieser Fragen ist wichtig und erhöht die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss des Schreibprojektes. Der Schreibprozess wird sich über mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre hinziehen. Daher sollte man sich wirklich sicher sein, ob man tatsächlich bereit ist, eine solch lange Beziehung mit einem Roman einzugehen.
Der nächste Schritt ist die Planung der Geschichte, die man erzählen möchte. Diese muss meiner Meinung nach nicht einmal so ausführlich sein. Je mehr Informationen man vor dem eigentlich Schreiben sammelt, desto besser, aber man darf nicht vergessen, dass der Plan nicht in Stein gemeißelt ist und sich mit ziemlicher Sicherheit im Laufe der Zeit verändern wird. Man sollte sich also ruhig kreative Freiräume lassen.
Zu den Punkten, die man aber auf jeden Fall im Vorfeld geklärt haben sollte, gehören die Beschreibungen der wichtigsten Akteure, Anfang und Ende sowie die dazwischenliegenden Schlüsselereignisse, inklusive Klimax. Ziel ist es, ein Gerüst der Story zu kreieren und letztlich eine Landkarte in der Hand zu halten, die es dem Autor erleichtert durch seine Geschichte zu navigieren und ihr Ende sicher zu erreichen.
Doch wie plant man am besten? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt aber eine Reihe von Techniken:
An erster Stelle steht wohl das Exposé. Hier beschreibt der Autor auf einigen wenigen Seiten die Handlung des Buches. Man könnte dies grob als eine Inhaltszusammenfassung einer noch nicht existierenden Geschichte bezeichnen.
Ein interessantes Beispiel für ein Exposé ist in Paul Austers Roman „Nacht des Orakels“ zu finden. Auster erzählt seine Geschichte, indem er seinen Protagonisten ein Exposé schreiben lässt.
Eine weitere Variante ist das Karteikarten-System. Auf einzelnen Karteikarten werden die Handlungen eines jeden Kapitels, sowie die Eigenschaften von Charakteren, Plätzen, etc. aufgelistet.
Ich persönlich habe für die Geschichte, die ich derzeit schreibe, ein Storyboard verfasst. Dies ist der Struktur eines Comics sehr ähnlich und wird eigentlich beim Film verwendet. Es hilft dem Regisseur bei der Planung einzelner Szenen und Einstellungen. Das ganze kann in etwa so aussehen.
In meiner Variante des Storyboards entspricht jedes Kästchen einem Kapitel. Statt die Kästchen auszumalen, fülle ich sie mit einer Kurzbeschreibung der Handlung aus. Somit weiß ich immer, was zuvor geschehen ist, was im nun zu schreibenden Kapitel geschieht und was demnächst geschehen wird.
All diese Vorgehensweisen lassen sich natürlich miteinander kombinieren. Mit der Zeit findet man früher oder später die für sich beste Methode heraus. Viel Spaß beim Planen!


