Die Leiden eines Möbelstücks

Endlich habe ich Wordpress wieder einigermaßen in den Griff bekommen. Zumindest kann ich wieder Bilder hochladen. Derzeit bin ich zwar auf Heimaturlaub, aber statt Urlaubsfotos habe ich bisher nur Umzugsimpressionen zu bieten. Ein Regal, das all seiner Bücher beraubt wurde.
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Während des Umzugs wurde mir bewusst, wie hilflos solch ein Regal doch ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen Möbeln einer Durchschnittswohnung ist es darauf angewiesen, mit Sinn versehen zu werden. Ein Stuhl kann unbemannt im Wohnzimmer stehen, ohne großartig aufzufallen. Schränke und Kommoden können hinter Türen und Schubladen verbergen, ob und wie sie genutzt werden. Doch ein Bücherregal ist völlig schutzlos. Das arme Ding.

Schlechte Bücher

Der Sternenwanderer hat eine sehr interessante Diskussion ins Rollen gebracht: Was macht ein schlechtes Buch aus?

Das kann natürlich nur subjektiv betrachtet werden. Schaut man beispielsweise auf  die Liste “The worst books of all time” bei Goodreads, stehen beispielsweise ein Schwung Erfolgsautoren wie Stephenie Meyer und Dan Brown ganz oben. Würde ich an dieser Stelle etwas schlechtes über diese Autoren schreiben, wären mir wahrscheinlich einige erzürnte Kommentare sicher ;)

Interessant an diese Liste ist, dass dort hauptsächlich Bestseller zu finden sind. Bedeutet dies, dass die breite Masse einen schlechten Geschmack hat? Diese Frage lasse ich mal offen.

Mein Prinzip ist “jedem das Seine”, und solange die Leute Bücher in die Hand nehmen, sollen sie lesen was sie wollen und ich werde ihnen nicht in die Parade fahren. Doch nun zur Beantwortung der eigentlichen Frage. Was macht für mich ein schlechtes Buch aus. Spontan fallen mir folgende Faktoren ein:

  • Vorhersehbarkeit
  • Verkrampfte Dialoge
  • Ideenklau
  • Der Versuch vom Erfolg anderer Autoren und populärer Themen zu profitieren
  • Guter Anfang – enttäuschendes Ende(über einen schlechten Anfang kann ich hinwegsehen, wenn der Rest dann später an Qualität gewinnt)
  • Der Versuch das Buch mit aufgesetzten Wortschwall und verschnörkelten Satzkonstruktionen aufzuwerten (Obwohl ich nichts gegen Wortschwall und verschnörkelte Satzkonstruktionen habe, wenn der Autor diese auch überzeugend einbinden kann)
  • Promi-Romane (sorry, die kann ich mir echt nicht geben, auch wenn sie tatsächlich gut sein sollten)
  • Und zu guter Letzt: Mangelnde Chemie. Manchmal springt der Funke einfach nicht über, auch wenn man nicht richtig weiß warum.

Interessant ist die Einteilung dieser Liste über schlechte Bücher. Hier wurde unter anderem zwischen “bösen” (siehe u.a. Mein Kampf), “prätentiösen” und “überschätzten” Büchern unterschieden.

Zu diesem Thema sollte man sich eigentlich auch fragen, was ein gutes Buch ausmacht. Aber das hebe ich mir für später auf.

Zwischen den Seiten

Bücher bergen viele Erinnerungen und zwar nicht nur auf, sondern auch zwischen den Seiten. Wenn ich manchmal ein altes Buch aus dem Regal nehme und ein wenig in ihm blättere, finde ich oft alte Lesezeichen, die ich darin vergessen habe. Meist handelt es sich dabei um alte U-Bahntickets, Postkarten, Einkaufszettel, Konzertkarten, die aus der Zeit stammen zu der ich das Buch gelesen habe. Ich bin auf den Blog Forgotten Bookmarks gestossen, der genau solche zweckfremden, zu Lesezeichen mutierten Objekte sammelt. Dort sind wirklich wunderschöne, alte , manchmal auch obskure, Lesezeichen zu Bewundern, die von einem Händler für gebrauchte Bücher zusammengetragen wurden.

(Ich hätte gerne ein Beispiel gepostet, aber im Moment kann ich keine Bilder hochladen. Wieso, weshalb, warum weiss ich leider nicht, aber ich arbeite daran)

Schreibtisch sucht Wohnung

Oh, oh! Mich hat es erwischt. Nein, weder die Schweinegrippe noch eine Dienstwagenaffäre, sondern akute Wohnungsnot. Die schöne Zeit auf Södermalm wird laut Mietvertrag ab Ende August ihren Schluss finden.Aus der neuen Wohnung, in die ich im September hätte einziehen sollen, wird jetzt aber plötzlich doch nichts. Die Vermieterin hat sich kurzfristig gegen mich entschieden und das stellt mich vor ein kleines Problem. Der Wohnungsmarkt in Stockholm ist ziemlich #%”@ und es wird nicht sonderlich einfach sein, etwas Neues zu finden. Speziell in Hinblick auf die Tatsache, dass ich in genau eine Woche in eine dreiwöchigen Heimaturlaub starten werde. Meine Sachen kann ich währenddessen bei einem Freund unterbringen, aber wo ich danach meinen Schreibtisch und mein Bettchen haben werde, steht noch in den Sternen. Ist ja auch egal. Im Moment freue ich mich einfach auf den Urlaub, und danach schauen wir mal weiter. Vielleicht kann ich mir ein paar Tipps bei Jules abschauen, die gerade in meinem ehemaligen Heimatort Düsseldorf ihren Umzug plant.

P.S. habe gestern an Wordpress rumgefummelt und irgendwie sieht der Blog jetzt ein wenig anders aus. Oder bilde ich mir das nur ein?

Zahnlose Tiger und warme iPhones

So, die Kurzgeschichte ist fertig und nun in den Händen meiner persönlichen Lektoren. Heute oder morgen wird sie dann eingetütet und ab dann darf man ihr die Daumen drücken. Ich habe ihr den Titel “Der Sternemacher” gegeben.

Mithilfe meiner Twitterfollower habe ich mir dann auch noch selbst einen neuen Titel bzw. ein Pseudonym zugelegt. Ich hatte aus Scherz (oder war es etwa doch ernst gemeint?) in die Runde gefragt, ob ich nicht damit beginnen sollte Schwedenkrimis zu schreiben, da diese ja in Deutschland weggehen wie warme iPhones. Gleichzeitig hatte ich nach Vorschlägen für ein passendes Pseudonym gebeten. Mein bisheriger Favorit ist Lars Stiegsson.

Vielleicht nehme ich mir tatsächlich im bevorstehenden Urlaub mal einen Schwedenkrimi zur Brust. Danach kann ich ja entscheiden ob, wie und wie viele Morde ich in den Wäldern Schwedens auf dem Papier begehen soll.

Kleine Anekdote am Rande: selbst lese ich Krimis nicht so oft. Aber als ich vor einigen Jahren nach Stockholm gezogen bin habe ich mir ein schwedisches Kinderbuch geschnappt, um die Sprache zu üben. Das Buch war aber äußerst psychedelisch, und ich habe so gut wie nichts verstanden. Es ging um zahnlose Tiger, die in Schrottautos herumgefahren sind. Frustriert gab ich auf. Dann gab mir aber ein Freund den Tipp mich mal an einem Wallander-Buch zu probieren und siehe da, das ging viel besser. Wer also Schwedisch lernen möchte, sollte es mal mit Mankell probieren.

Strickwaren die ich rief – Teil 5

Immer wieder werde ich um weitere Urban Knitting Beiträge gebeten. Daher halte ich immer die Ausschau nach Strickwaren, wenn ich durch die Straßen Stockholms trotte. Hier und da findet man immer wieder ein Straßenschild, dass mit ein paar Maschen verziert wurde, aber folgender Fund muss bisher das ambitionierteste Projekt der Stockholmer Strickmafia sein.

Einen Handlungsstrang stricken können viele, aber gleich ein ganzes Fahrrad?! Respekt!

(Wer wissen möchte, was dies mit meinen Erfahrungen beim Schreiben zu tun hat, lese bitte diesen alten Eintrag.)

Suchen oder Schreiben, das ist hier die Frage.

Mir ist eben aufgefallen, dass ich schon seit Längerem keine Verlagsabsage mehr erhalten habe. Das könnte bedeuten, dass mein Manuskript nun offiziell von allen Verlagen, die ich angeschrieben habe, abgelehnt wurde, obwohl nach meiner Rechnung noch ein paar fehlen. Aber nach einem halben Jahr werden die sich sicherlich auch nicht mehr melden.

Die Überarbeitung des Manuskripts und des Exposés, sowie der ganze andere Kram, der bei der Verlagssuche zu beachten war, hatte mich so gestresst, dass ich das Kapitel so ziemlich abgeschlossen hatte.  Statt weitere Verlage anzuschreiben und einen Agenten zu suchen, habe mich in das neue Buchprojekt sowie in zwei Kurzgeschichtenwettbewerbe geflüchtet. Das neue Projekt hat nun in letzter Zeit auch nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es verdient hat, aber ich freue mich schon sehr darauf, wieder zu ihm zurückzukehren.

Bevor ich dies tue stellt sich allerdings die Frage, ob ich nicht vielleicht doch noch einen zweiten Anlauf in punkto Verlagssuche starten sollte? Immerhin hatte ich beim ersten Anlauf nur die „Großen“ angeschrieben und wollte danach eigentlich die kleineren Verlage anschreiben. Außerdem stand auch noch die Suche nach einem Literaturagenten auf der Checkliste.

Ich werde mich jetzt bis zum Ende des Monats auf die „15 Minuten“-Kurzgeschichte konzentrieren und danach werde ich entscheiden, worauf ich meine Aufmerksamkeit richten werde: das fertige oder das noch ziemlich junge Buchprojekt?!?

Kurzgeschichten-Boot Camp

Am Wochenende hatte ich mir zu Hause ein Kurzgeschichten-Boot Camp eingerichtet, um mit meinen Beitrag für den Spiegel-Wettbewerb in die Gänge zu kommen. Am Samstag war von Boot allerdings nicht so viel zu spüren. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass sich die Ideensuche etwas zäh gestaltete. DasThema des Wettbewerbs lautet „15 Minuten“ und bezieht sich auf die warholsche Behauptung, dass jeder Mensch in seinem 15 Minuten Ruhm habe.

Schwierig, schwierig, denn mein eigenes Leben bietet diesbezüglich recht wenig

Inspirationsmaterial. Aber einem richtigen Schriftsteller dient das leider nicht als Ausrede. Also mussten die grauen Zellen bemüht werden. Während des Ideenfindungsprozess mutierte das Boot Camp in ein Kaffee und Snack Camp. Mein größtes Problem war, dass ich nicht ein offensichtliches Thema wählen wollte, sprich eine Geschichte, in der jemand unverhofft zu Ruhm gelangt. (Blog-Kollege Daniel hat scheinbar ein ähnliches Problem)

Also habe ich versucht, die Thematik von einem anderen Blickwinkel zu beleuchten. Irgendwann kam dann die zündende Idee, aber da war der erste Tag des Camps auch schon vorbei. (hätte ich diesen Blogeintrag von Thorsten Boose etwas früher gefunden, wäre mir vielleicht schon eher etwas eingefallen.)

Am zweiten Tag spürte ich dann endlich den Boot im Hinterteil, beziehungsweise den Zeitdruck, und das Schreiben ging mir bestens von der Hand. Die Geschichte ist so gut wie fertig, bedarf aber noch einiger Überarbeitung. Über ihren Inhalt werde ich mich aber erst später auslassen, wenn die Anmeldefrist verstrichen ist. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht. ;)

Und wer weiß was noch alles geschehen wird, wenn der Rotstift zum Einsatz kommt.

Auf den Hasen gekommen

Matthew Richardson vom PrefixMag kennt mich zwar nicht, dennoch hat er es geschafft mich in nur wenigen Worten zu beschreiben:

If you read this and wonder why you’re not a songwriter, composer, screenwriter and novelist, like Nick Cave is, the answer is because he is Nick Cave and you are some dude sitting in front of your computer in awe of how prolific Cave manages to be.

In der Tat sitze ich mal wieder vor meinem Computer, und da ich soeben von Nick Caves neuem Roman erfahren habe, frage ich mich tatsächlich, wie es dem Mann gelingt so produktiv zu sein. Nun also mal wieder ein Buch. Sein Zweites um genau zu sein, mit dem Titel “The Death of Bunny Munro”. Sein Debut, “Die Eselin sah den Engel”, das vor genau 20 Jahren erschien, war ein faszinierender, wortgewaltiger, verstörender und bibellastiger Abstieg in die Abgründe  der menschlichen Seele, die Cave mit Hilfe eines Mehlsacks voll Kokain in seiner Kreuzberger Wohnung in seine Schreibmaschine gehämmert hatte.

Bunny Munro scheint dem Vorgänger in nichts nachzustehen, ausser dass der Roman dieses Mal in Brighton und im nüchternen Zustand verfasst wurde. Und wenn man Irvine Welshs Aussage glauben schenken darf, enthält das Buch sogar Spuren von Humor:

Put Cormac McCarthy, Franz Kafka and Benny Hill together in a Brighton seaside guesthouse and they might just come up with Bunny Munro.

Mr. Cave hat Auszüge aus seinem Werk als Hörbuch ins Netz gestellt, die definitiv neugierig machen. Es gibt zudem zwei Videos in denen man Nick beim Vorlesen zuschauen darf.

Dabei schmeisst er sich so ins Zeug, dass ich mich nicht wundern würde, ihn bald auch mal wieder als Schauspieler in Aktion zu sehen. Er hat scheinbar sowieso zu viel Freizeit, also warum eigentlich nicht.

Mittagspause in den Fußspuren eines Popstars

Ich versuche es noch mal. Ich nehme an einem weiteren Kurzgeschichtenwettbewerb teil. Bevor ich aber verrate, um welchen Wettbewerb es sich handelt, gebe ich noch schnelle eine passende Anekdote zum besten. Heute machte ich mich, wie an jedem Tag, so gegen 12 Uhr auf dem Weg in die Mittagspause. Doch als ich auf die Glastür zuging, um das Gebäude zu verlassen, war etwas anders als sonst. Dort standen nämlich dichtgedrängt ein Dutzend Männer mit mächtigen Kameras im Anschlag. Missmutig gewährten sie mir Platz, um die Tür öffnen zu können. Ich grüsste in die Runde und fragte, ob die Herren schon lange auf mich gewartet hätten. Einer von ihnen machte das Spässchen mit, hielt kurz seine Kamera hoch als wolle er mich tatsächlich fotografieren und erwiderte “15 minutes of fame”.

Was hat dies nun mit dem Wettbewerb zu tun? Nun, dessen Thema ist “15 Minuten” in Anspielung auf Andy Warhols Erkenntnis, nach derangeblich jeder Mensch “15 Minutes of fame” in seinem Leben hat. Von daher habe ich die Begegnung mit den Paparazzi als gutes Omen aufgefasst und fühle mich nun in meinem Vorhaben bestärkt an dem von Spiegel Online und Thalia ausgerichteten Wettbewerb teilzunehmen. Allerdings bin ich mal wieder spät dran. Einsendeschluss ist der 31 Juli.

Und nun zurück zu den Fotografen. Diese waren wie zu erwarten nicht wegen mir dort, sondern wegen Britney Spears. Diese residiert zurzeit nämlich in Stockholm, genauer gesagt im Grand Hotel, das an unser Bürogebäude angrenzt. Theoretisch kann man durch eine Art Notausgang, das Hotel durch unser Gebäude verlassen. Darauf haben die Fotografen und eine Handvoll Teenager zumindest gehofft. Vor dem Hotel sah es sogar noch schlimmer aus. Dort standen hunderte von Menschen – was auf dem Foto nicht wirklich zu erkennen ist – und warteten auf uns Britney. Mich würdigten sie keines Blickes. Meine 15 Sekunden des Ruhms waren bereits verstrichen.