Leider habe ich dank der Grippe nichts kreatives zustande bekommen. Zumindest habe ich es geschafft, ein paar ältere Kapitel durchzulesen. Dabei habe ich eine Passage entdeckt, die ganz gut beschreibt, wie ich mich heute Morgen beim Aufwachen gefühlt habe. In dieser erwacht der Protagonist etwas unsanft, infolge eines Albtraums. Hier also meine erste (klitzekleine) Leseprobe. Eine ausführlichere Beschreibung des Plots folgt in kürze:
Ich fühle mich so unglaublich beschissen. Als ich vor neun Sekunden erwachte, war ich erstaunt, meinen Körper steif, einer Vielzahl von Krämpfen erlegen, vorzufinden. Acht Sekunden lang war ich schlaftrunkenerweise überzeugt, die Todesstarre habe bereits eingesetzt. Nachdem sich der erste Schrecken gelegt hatte, wollte ich mich vergewissern, ob ich als Leiche eine gute Figur abgebe. Okay, in Wirklichkeit war ich gar nicht ganz so gelassen. Ehrlich gesagt war ich in ziemlicher Panik. Volle sieben Sekunden lang, die erfüllt waren von Jammern, Schluchzen und Heulen um mein frühes Ableben. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem ich mein Leben wieder lebenswert machen wollte.
Eine Sekunde darauf – die Panik war ein wenig abgeklungen – wurde mir bewusst, dass ich mich irrte und ich doch noch am Leben war, und konnte demnach eine weitere Sekunde später damit beginnen zu überlegen, was denn eigentlich vor neun Sekunden, bevor ich erwachte, passiert war.
Wir befinden uns jetzt in Sekunde zehn nach dem Erwachen und mit dem weichenden Schrecken lösen sich auch langsam die Krämpfe in den Muskeln. Über mir sehe ich die Unebenheiten der weiß-gelben Raufasertapete. Mittlerweile bin ich nahezu unverkrampft. Ich erinnere mich, geträumt zu haben. Aber was? Das Thema des Traums liegt mir förmlich auf der Zunge und das macht mich wahnsinnig. Bei dieser Gelegenheit bemerke ich den schalen Belag auf dem eben genannten Sinnesorgan.
Ein anderer in Stockholm lebender Blogger gibt mir übrigens auf Smågodis bezüglich des Herbstanbruchs – dem Grund für meine Grippe – recht und BBC 6, mein heutiger Begleiter durch den Tag, empfiehlt die Band Ipso Facto.


