Bisher habe ich mich immer als weitgehend resistent gegen Online Ads erachtet. Bei der heutigen Lektüre eines Artikels über den rapiden Preisanstieg von in Formaldehyd eingelegten Stieren, Schafen und Haien, drängte sich jedoch ein giftgrünes Buchcover von der rechten Seite meines Browsers in mein Blickfeld. Bei genauerer Betrachtung erkannte ich, dass es sich tatsächlich um ein Buch, beziehungsweise um eine Werbung für ein solches handelte. Keine allzu gute, denn Titel und Name des Autors habe ich bereits wieder vergessen.
Dennoch hat mich diese Anzeige fasziniert, denn es handelte sich nicht um einen gewöhnlichen Banner, sonder um einen Trailer. Ein animiertes Filmchen, das die Handlung des Buches erläuterte.
Wie bereits erwähnt, versuche ich online Ads aus meinem online Leben auszublenden. Daher kann es sein, dass dies nichts Besonderes ist. Persönlich sind mir solche Bücher-Trailer jedoch noch nicht untergekommen. Außer jener von Scott Sigler, einem amerikanischen Autor, der seine Bücher bis vor kurzem ohne Verlag, sondern lediglich mit Hilfe des Internets vermarktetet hat.
Hinter dem giftgrünen Buch, dessen Trailer mich heute Morgen beim Lesen störte, steht aber ein etablierter Verlag: Rowohlt. Diese Feststellung hat ein paar Fragen aufgeworfen:
Ist es nun so, dass Schriftsteller ohne Verlage, Marketing und Vertrieb ihrer Bücher selbst in die Hand genommen haben, etablierte Verlage zum Umdenken bewegen?
Sind Trailer zu Büchern wirklich eine gute Idee?
Ist dies nur ein Phänomen des Fantasy-Genres?
Soll ich auf den Zug aufspringen und meinen eigenen Trailer machen? Brat Pitt könnte den Protagonisten mimen.


