Immer wieder werde ich um weitere Urban Knitting Beiträge gebeten. Daher halte ich immer die Ausschau nach Strickwaren, wenn ich durch die Straßen Stockholms trotte. Hier und da findet man immer wieder ein Straßenschild, dass mit ein paar Maschen verziert wurde, aber folgender Fund muss bisher das ambitionierteste Projekt der Stockholmer Strickmafia sein.

Einen Handlungsstrang stricken können viele, aber gleich ein ganzes Fahrrad?! Respekt!
(Wer wissen möchte, was dies mit meinen Erfahrungen beim Schreiben zu tun hat, lese bitte diesen alten Eintrag.)
Ich will ja nicht schon wieder damit anfangen, aber die Strickwaren tauchen wirklich überall auf. Ich muss unbedingt mit einem Stockholmer Urban Knitter in Kontakt kommen und ihn/sie interviewen, oder gar auf einem nächtlichen Strickfeldzug begleiten.

Mehr Informationen zum Thema gibt’s hier.
Sie sind wieder zurück: die Strickwaren die ich rief.
Vor ein paar Wochen hatte ich mir eine Kurzgeschichte ausgedacht, in der sich die Protagonistin mit Hilfe der therapeutischen Wirkung des Strickens das Rauchen abgewöhnt und der das Stricken so viel Freude bereitet, dass sie beginnt Parkbänke, Laternen und Straßenschilder im Stile des sogenannten Urban Knittings zu verzieren. Einen Tag nach dem ich die Geschichte beendet hatte, traf ich plötzlich auf dieses Verkehrschild und begann darüber zu sinnieren, ob dies Zufall war, oder ob ich mit meinen Texten wohlmöglich die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu vermischen vermag.
Die erste Annahme ist natürlich am wahrscheinlichsten und Zweite ein durchaus vermessene Behauptung, aber es gilt festzuhalten, dass sie wieder da sind: die Strickwaren, die ich rief!

Noch gestern schrieb ich in einer Kurzgeschichte über das Urban Knitting; die Verschönerung des Stadtbildes mit Strickwaren.
„Laternenpfahle erhalten bunte Schals, die Sitzschalen von Bushaltestellen werden mit dicken Wollkissen versehen und die harten Lehnen von Parkbänken erhalten weiche Polsterungen für die geschundenen Rücken ihrer Gäste.“
Und was entdecke ich heute auf dem Weg zur Arbeit:

Ist es nun die Realität, die mein Schreiben beeinflusst, oder bin ich es, der ihr als Vorbild dient?
Für jemanden der behauptet, er möge keine Schreibübungen, beschäftige ich mich derzeit recht viel mit diesem Thema. Diese Mal bin ich einer Aufforderung Jackies, die sich ein Schreibexperiment ausgedacht hat, spontan gefolgt. Die Aufgabenstellung lautet wie folgt:
Schreibe zwei Kurzgeschichten à 500 Wörter; je eine Geschichte zu einem Thema, das dich interessiert beziehungsweise nicht interessiert. Welcher Text geht dir besser von der Hand? Kann man zwischen den Zeilen erkennen, welches Thema dir eher am Herzen liegt?
Diese Fragestellung hat mich gereizt. Heute gibt es also den ersten Text. Ob dieser ein Thema beschreibt, das mich interessiert, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten: Continue reading ‘Schreibexperiment Teil 1′