Neben einer Grippe erwartete mich bei meiner Rückkehr aus Deutschland auch die erste Absage eines Verlages. Dass mein Manuskript abgelehnt werden würde, damit habe ich durchaus gerechnet. Dies sei im Voraus klargestellt, damit niemand denkt, ich sei ein pampiger, kleiner Hobbyschriftsteller der nicht mit Ablehnung umgehen kann.
Ich finde es sogar sehr nett, dass sich Verlage die Mühe machen Absagen zu verschicken. Ich habe auch vollstes Verständnis dafür, dass es sich dabei um Standardbriefe handelt. Im günstigsten Fall erhält solch ein Brief sogar eine aufmunternde Phrase wie „wir wünschen Ihnen weiterhin viel Glück“.
Dennoch habe ich mich an einem kleinen Detail dieser Absage gestört: dem Datum. Mit ein wenig Kopfrechnen lässt sich aus diesem nämlich schließen, dass der Brief das Verlagshaus am selben Tag verlassen haben muss, an dem meine Unterlagen dort eingegangen sind. Wenn man dann noch bedenkt, dass Verlage auf ihren Webseiten darauf hinweisen, dass man mit mindestens drei Monaten Wartezeit für eine Antwort rechnen muss, ist das doch schon recht merkwürdig.
Ich finde das natürlich ein bisschen enttäuschend und auch ein wenig frech. Wenn man sich denn schon die Mühe gibt nette und aufmunternde Absagen zu versenden, dann muss man es doch nicht so offensichtlich machen, dass sich kein Schwein meine Unterlagen angeschaut hat. Anders kann ich diese „überstürzte“ Antwort nicht erklären. Ich hatte zwar zwei weiter Möglichkeiten in Betracht gezogen, welche mir aber nicht sonderlich plausibel erschienen:
a) die Verlage hatten kurz vor Weihnachten nichts zu tun und daher Zeit Unterlagen postwendend zu lesen.
b) Ein Postbote hat das Kuvert mit einer obszönen Zeichnung versehen, die den Lektor so erbost hat, dass er nicht anders konnte als mein Buch abzulehnen.
Ich möchte andere Verlage, die beschlossen haben mein Buch ebenfalls abzulehnen, aber nicht entmutigen, sondern hoffe dennoch auf eine Antwort. Mittlerweile ist ja auch schon ein Monat vergangen


